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Thomas Strobl, der Landesbeauftragte für Vertriebene und Spätaussiedler in Baden-Württemberg, hat in seiner Jahresbilanz für 2024 ein positives Resümee gezogen. Er hebt hervor, wie entscheidend die Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa für ein geeintes und friedliches Europa sind.
Das Jahr 2024 war ein bedeutendes Jubiläumsjahr, denn es markierte 75 Jahre Bundesrepublik Deutschland sowie die Gründung der Landesgruppe Südwest der Siebenbürger Sachsen und der Landsmannschaft der Deutschen aus Ungarn in Stuttgart im Jahr 1949. Strobl unterstreicht die Rolle der landsmannschaftlichen Organisationen für den Wohlstand in Baden-Württemberg.
Wichtige Jubiläen und Entwicklungen
Im Rahmen weiterer Jubiläen wurden 25 Jahre Patenschaft des Landes Baden-Württemberg für die Landsmannschaft der Banater Schwaben und 50 Jahre Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen in Stuttgart gefeiert. Ein bedeutender Schritt war die Wiedereröffnung des Hauses der Donauschwaben in Sindelfingen im März 2024, welche mit rund 900.000 Euro unterstützt wurde.
Am Tag der Heimat im September 2024 drückte Strobl seine Dankbarkeit gegenüber dem Bund der Vertriebenen und den Landsmannschaften aus und würdigte ihr Bekenntnis zu Versöhnung und Frieden in Europa. Er betonte, dass der Einsatz dieser Organisationen zur EU-Osterweiterung beigetragen habe.
Zusätzlich überreichte Strobl im Juli 2024 die Preise des Schülerwettbewerbs „Nachbarn im Osten“ und würdigte die Wichtigkeit der Auseinandersetzung junger Menschen mit ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten. Er betont, dass jede Veranstaltung und jedes Projekt zur Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa einen Beitrag zum europäischen Zusammenhalt darstellt.
Die Historie der Heimatvertriebenen ist ebenfalls bedeutsam für das Verständnis der heutigen gesellschaftlichen Strukturen. Laut einem Bericht über die Heimatvertriebenen sind 12–16 Millionen Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg aus Gebieten geflohen oder vertrieben worden, die von Polen und der Sowjetunion annektiert wurden. Diese Menschen fanden Zuflucht in West- und Ostdeutschland sowie in Österreich.
Die Vertriebenen bilden eine große soziale Gruppe in Deutschland mit etwa 2 Millionen Mitgliedern, die bedeutend zum Wiederaufbau des Landes beitrugen. Sie haben politischen Einfluss und nehmen aktiv an gesellschaftlichen Diskussionen teil, während die Mehrheit friedlich am Wiederaufbau Deutschlands und Europas arbeitet.
Ein Aspekt der Geschichte ist die Gründung der All-German Bloc/League of Expellees and Deprived of Rights (GB/BHE) in Westdeutschland im Jahr 1950, die die Belange der Vertriebenen politisch vertrat. Trotz der politischen Aktivität hatte die Atonement für die Nazi-Verbrechen einen starken Einfluss auf das Klima in Westdeutschland, wo die CDU-Regierungen die Vertriebenen und deutsche Zivilopfer unterstützten.
In einigen Regionen führte der Zustrom von Vertriebenen zu einem massiven Anstieg der Bevölkerung, was die soziale und kulturelle Dynamik in Deutschland maßgeblich beeinflusste.