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Ein 33-jähriger Bundeswehrsoldat, Christopher R., wurde am 8. Januar 2025 zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. Er muss sich wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger schwerer Körperverletzung, Gefährdung des Straßenverkehrs sowie eines verbotenen Kraftfahrzeugrennens verantworten. Die Entscheidung des Amtsgerichts Wismar folgt einem tödlichen Unfall auf der A20 in Mecklenburg-Vorpommern, der sich in der Nacht zum 2. August 2020 ereignete.
Bei dem Vorfall raste Christopher R. mit einer Geschwindigkeit von bis zu 248 km/h unter erheblichem Alkoholeinfluss – 2,1 Promille – auf einen Skoda auf, der mit 98 bis maximal 116 km/h unterwegs war. Durch den Aufprall wurde der Skoda vollständig zerstört. Im Fahrzeug saßen die 19-jährige Vanessa W. und ihr Schwiegervater Thomas H. (45), die bei dem Zusammenstoß sofort ums Leben kamen. Ein weiterer Insasse, vanessas Freund Leon (19), erlitt schwerste Verletzungen, während Christopher R. nahezu unverletzt blieb.
Verfahren und Urteilsverkündung
Richter Malte Burger stellte während der Verhandlung fest, dass Christopher R. aufgrund seiner Alkoholisierung fahruntüchtig war. Der Soldat war auf dem Weg nach Rostock, um einen Kameraden zu besuchen, als der tödliche Unfall geschah. Laut Berichten hatte die Autobahnpolizei den Angeklagten aufgrund auffälliger Fahrweise kontrolliert, jedoch keinen Alkoholtest durchführen können. Später wurde der Alkoholwert von 2,1 Promille im Krankenhaus festgestellt.
Insgesamt fanden im Verlauf des Verfahrens 35 Verhandlungstage statt. Der Prozess musste mehrfach aufgrund einer Erkrankung des Angeklagten verschoben werden. Das Urteil wurde durch den Antrag der Staatsanwaltschaft und der Nebenklage gestützt, während die Verteidigung auf Freispruch plädierte. Christopher R. wird zudem für fünf Jahre von der Fahrerlaubnis ausgeschlossen.
Die beiden Polizisten, die den Soldaten kurz vor dem Unfall auf einem Rastplatz kontrolliert und ihn weiterfahren ließen, müssen sich in einem separaten Verfahren wegen fahrlässiger Tötung durch Unterlassen und fahrlässiger Körperverletzung durch Unterlassen verantworten. R.s Verteidiger plant, mögliche Rechtsmittel zu prüfen; eine Berufung oder Revision kann binnen einer Woche beantragt werden.