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Energiewende vor der Tür: So denkt Montabaur über erneuerbare Energien!

Erneuerbare Energien übernehmen zunehmend eine zentrale Rolle in der deutschen Energiewende. In der Region Westerwald und im Rhein-Lahn-Kreis wachsen insbesondere die Nutzung von Windkraft und Solarenergie. Direktkandidaten aus dem Wahlkreis Montabaur wurden befragt, welche Potenziale und Nutzungskonflikte sie in Bezug auf die Erneuerbaren Energien sehen. Ein potenzieller Konflikt könnte zwischen der Freiflächen-Photovoltaik und der Landwirtschaft entstehen. Auch wenn viele Kommunen in Deutschland Windräder und Flächen-Photovoltaikanlagen errichten, geschieht dies häufig unter Protest, wie die Rhein-Zeitung berichtete.

Aktueller Stand der erneuerbaren Energien in Deutschland

Die Energiewende prägt Deutschland nachhaltig, insbesondere durch den stetigen Ausbau erneuerbarer Energien. Aktuelle Daten belegen, dass erneuerbare Energien im Jahr 2023 etwa 21,6% des deutschen Endenergieverbrauchs deckten, was einen Anstieg um 0,7 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Im Jahr 2020 hatte Deutschland sein damaliges Ziel von 18% mit 19,1% übertroffen. Für 2030 wird ein Ziel von 42,5% erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch angestrebt, wie es Umweltbundesamt ausführt.

Im Jahr 2023 wurden insgesamt 502 Milliarden kWh aus erneuerbaren Energien genutzt, davon entfielen 54,4% auf Strom, 38,4% auf Wärme und 7,2% auf Biokraftstoffe. Biomasse stellte mit 48% die bedeutendste erneuerbare Energiequelle dar, gefolgt von Windenergie mit 28% und Sonnenenergie mit 15%. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch lag 2023 bei 52,5%, was fast doppelt so hoch ist wie vor zehn Jahren. Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen betrug im Jahr 2023 insgesamt 273,2 Milliarden kWh, was einem Anstieg von 7% im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Besonders die Windenergie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Stromerzeugung, die im Jahr 2023 mit 140,5 Milliarden kWh mehr erzeugte als alle Kohlekraftwerke zusammen. Die installierte Windenergieleistung stieg im Jahr 2023 um 3.027 MW. Auch die Photovoltaik trägt zur Energieerzeugung bei, indem sie 63,6 Milliarden kWh Strom erzeugte, was einem Anstieg von über 4% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die installierte PV-Leistung hat sich seit 2016 verdoppelt und erreichte damit 82.800 MW.

Die Stromerzeugung aus Biomasse betrug 49,0 Milliarden kWh, allerdings verzeichnete dieser Bereich einen Rückgang um 5% zum Vorjahr. Die Wasserkraft erzeugte 19,9 Milliarden kWh, was im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 13% darstellt. Geothermie blieb mit etwa 0,2 Milliarden kWh stabil. Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch für Wärme sank im Jahr 2023 auf 17,7%, bei gleichzeitigem Rückgang des Verbrauchs um 8% auf 192,8 Milliarden kWh.

Im Verkehrssektor lag der Anteil erneuerbarer Energien bei 7,5%, wobei 44,4 Milliarden kWh aus erneuerbaren Quellen stammen. Der Strombedarf aus erneuerbaren Quellen im Verkehr stieg um 23% auf 8,0 Milliarden kWh, während die Biokraftstoffe im Verkehr auf 36,3 Milliarden kWh anstiegen, wobei Biodiesel der wichtigste Biokraftstoff ist. Durch den Einsatz erneuerbarer Energien konnten im Jahr 2023 rund 249 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente vermieden werden, wobei der größte Teil der vermiedenen Emissionen aus der Stromerzeugung stammt.