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In Stuttgart sind die Bedingungen für Bauanträge derzeit angespannt. Immer wieder berichten Bauherren von langen Wartezeiten für Genehmigungen, die bis zu zwei Jahre und fünf Tage in Anspruch nehmen können. Diese Verzögerungen können für Antragsteller erhebliche finanzielle Belastungen mit sich bringen, da die Kosten bis zu 80.000 Euro betragen können, wie die Stuttgarter Nachrichten berichten.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die ineffiziente digitale Aktenführung im Baurechtsamt. Viele Dokumente sind nicht korrekt benannt, was die Auffindbarkeit erheblich erschwert. Zudem wurde die wöchentliche Sprechstunde ohne Terminvereinbarung abgeschafft, was die Kommunikation zwischen den Bauherren und der Behörde stark beeinträchtigt. Der Baubürgermeister Peter Pätzold hat die unhaltbaren Zustände im Baurechtsamt erkannt, warnt jedoch vor einer schnellen Lösung. Trotz alledem wurden 17 Optimierungsmaßnahmen angekündigt, um die Bearbeitungszeit für Bauanträge zu vermindern, eine Maßnahme, die der Gemeinderat unterstützt. Die Umsetzung dieser Verbesserungen wird allerdings voraussichtlich bis 2026 in Anspruch nehmen.
Digitalisierung im Baurechtsamt
Die Antragstellung und Übermittlung der Bauvorlagen muss über das Serviceportal des Landes Baden-Württemberg erfolgen, das ebenfalls über die Internetseite der Stadt Stuttgart zugänglich ist. Wie auf der Webseite der Stadt Stuttgart ausgeführt wird, hat das Baurechtsamt dabei keinen Einfluss auf die Ausgestaltung des Antragsdialogs. Zukünftig wird das Serviceportal durch die neue Landesplattform „ViBa“ (Virtuelles Bauamt) ersetzt, wobei der genaue Zeitpunkt der Einführung noch offen ist. Wichtig zu beachten ist, dass Anträge nicht per E-Mail oder andere nicht zugelassene Wege übermittelt werden dürfen, da solche Versuche zu einer Löschung oder Vernichtung der Daten führen.