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Der Landrat Klaus Peter Schellhaas (SPD) äußerte kürzlich Bedenken über das neue Wahlrecht für die Bundestagswahl. Laut [hessenschau.de](https://www.hessenschau.de/politik/bundestagswahl/bundestagswahl-wut-ueber-wahlrecht—landrat-aus-suedhessen-will-buero-in-berlin-v1,btw-wahlkreis-ladadi-100.html) befürchtet er, dass größere Teile Südhessens im nächsten Bundestag nicht mehr ausreichend repräsentiert sind. Dies sei besonders problematisch, da der Landkreis Darmstadt-Dieburg im kommenden Bundestag nur noch durch eine Abgeordnete, Patricia Lips (CDU), direkt vertreten wird. Zuvor waren fünf Mandatsträger aus dem Landkreis im Bundestag tätig. Astrid Mannes (CDU) konnte im Wahlkreis 185 (Darmstadt) zwar gewinnen, verpasste jedoch aufgrund unzureichender Zweitstimmen den Einzug ins Parlament.
Das neue Wahlrecht, das seit dem 23. Februar in Kraft ist, erfordert eine Zweitstimmenabdeckung für die Wahlkreissieger. Weitere Abgeordnete aus Darmstadt-Dieburg schafften es nicht über die Landeslisten in den Bundestag. Schellhaas betont, dass der Kontakt zu den Entscheidungsträgern in Berlin für die Entwicklung des Landkreises essenziell sei. Um die Stimme der Region zu stärken, schlug er ein Regionalbüro Südhessen in Berlin vor.
Bedeutung der Bundesmittel
Wichtige Themen, die die Region betreffen, sind der Zugang zu Bundesmitteln für Infrastruktur, Klimaschutz und Klimaanpassungsmaßnahmen. Zu den Beispielen für Bundesmittel zählen der Glasfaserausbau (finanziert zu 50% vom Bund), die neue ICE-Strecke von Frankfurt nach Mannheim, der Ausbau der B45 sowie die Umgehung der B38. Zudem gab Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) bekannt, dass die Partei eine Änderung des Wahlrechts anstreben wird, nachdem 23 Wahlkreissieger bundesweit kein Direktmandat erhalten haben, von denen 15 der CDU und drei der CSU angehören.
Die Debatte um das Wahlrecht und die Größe des Bundestags hält seit Jahren an und wurde durch eine Bestätigung des Bundesverfassungsgerichts verstärkt. Ein weiterer Aspekt des Wahlrechts betrifft die Entscheidung über die Sitzverteilung, die künftig allein vom Anteil der Zweitstimmen abhängt, während Überhang- und Ausgleichsmandate entfallen. In Hessen könnte es laut [tagesschau.de](https://www.tagesschau.de/inland/regional/hessen/hr-bundestagswahl-2025-wie-viele-wahlkreissieger-aus-hessen-schaffen-es-nicht-nach-berlin-100.html) sechs CDU-Kandidaten geben, die möglicherweise nicht ins Parlament einziehen, während in Baden-Württemberg sieben Kandidaten betroffen sein könnten. Prognosen deuten darauf hin, dass in insgesamt 45 Wahlkreisen Wahlkreissieger ohne Einzug ins Parlament rechnen müssen. Die Wähler können trotz aller Änderungen weiterhin ihre Erst- und Zweitstimme wie gewohnt abgeben, und der Stimmzettel bleibt unverändert.