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Uschi Glas spricht offen über Kindheit, Diskriminierung und Optimismus✨

Uschi Glas, die 80-jährige Schauspiellegende, ist vor allem durch ihre Rolle in „Winnetou und das Halbblut Apanatschi“ aus dem Jahr 1966 bekannt geworden. In einem aktuellen Podcast mit dem Titel „Nahaufnahme“ reflektiert sie über ihre Kindheit und die Beziehung zu ihrem Vater, der ihre Leidenschaft für das Tennisspielen als „lächerlich“ empfand. Glas beschreibt, dass ihr Vater in „Schubladen“ dachte und seine Meinung über Tennis niemals ändern konnte, was in contrast zu ihrer sozialdemokratisch geprägten Erziehung in einer evangelischen Familie stand.

Aufgewachsen in Landau an der Isar als jüngstes von vier Kindern, erlebte sie in ihrer Kindheit Ausgrenzung, da sie in einer katholischen Umgebung lebte. Dies führte dazu, dass sie von anderen Kindern wegen ihres Aussehens gehänselt wurde. Trotz dieser Herausforderungen denkt Uschi Glas derzeit nicht an eine Schauspielrente, wie sie in ihrem Gespräch betont.

Reflexionen über die Vergangenheit und aktuelle Themen

In einem Interview äußert Frau Glas die Bedeutung von Pünktlichkeit als Zeichen von Respekt. Sie wurde von einem strengen Vater und einer lockeren Mutter erzogen, die Wert auf Benehmen und Kommunikation legten. Ihr Vater vermittelte ihr die Fähigkeit zur Selbstreflexion und lehrte sie, am Ende des Tages in den Spiegel schauen zu können.

Glas spricht auch über den Umgang mit Schuldgefühlen und die Notwendigkeit, auch in schwierigen Zeiten Hoffnung zu bewahren. Ihre Eltern und Großeltern erlebten die Schrecken von zwei Weltkriegen und Inflation, was ihren Optimismus prägte. Dabei erinnert sie sich an ihre eigene Kindheit als Außenseiterin in einer katholischen Stadt, wo sie aufgrund ihrer evangelischen Religion und ihrer Hautfarbe Diskriminierung erlebte.

Besonders wichtig ist ihr das aktuelle gesellschaftliche Engagement. Gemeinsam mit ihrem Mann nimmt sie seit dem 7. Oktober 2023 an „Run for their Lives“ teil, um das Schicksal der israelischen Geiseln in den Fokus zu rücken. In diesem Zusammenhang äußert sie den Wunsch nach mehr Solidarität von ihren Kollegen in der Unterhaltungsbranche. Sie beschreibt Antisemitismus als ein historisches Problem, das auch heute noch relevant ist, und zeigt sich solidarisch mit den Geiseln.

Glas hat beobachtet, dass viele ihrer Freunde und Bekannten sich nicht trauen, öffentlich zu ihrem Judentum zu stehen, was sie als alarmierend empfindet. Ihr Engagement geht über die einfache Solidarität hinaus; sie plädiert für öffentliche Diskussionen mit Menschen, die Antidemokraten und Antisemiten in ihren Reihen dulden. Dabei zeigt sie sich bereit, mit Abgeordneten ins Gespräch zu kommen und setzt sich aktiv für Veränderungen ein.