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Kitas und Behörden im Salzlandkreis: Streik eskaliert!

In Sachsen-Anhalt kommt es seit Anfang Februar 2025 zu umfangreichen Warnstreiks im öffentlichen Dienst, um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Am 27. Februar 2025 hat die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) erneut zum Streik im Salzlandkreis aufgerufen. Von den Maßnahmen betroffen sind insbesondere Kindergärten, Horte und Behörden. Zuvor fielen in anderen Regionen bereits dichtgehende Dienstleistungen wie die Müllabfuhr und die Straßenreinigung aus, wie MDR berichtete.

Verdi fordert eine Lohnerhöhung von 8% oder mindestens 350 Euro mehr pro Monat für die Beschäftigten, sowie eine Erhöhung von 200 Euro für Auszubildende. Diese Forderungen wurden von der Arbeitgeberseite als überzogen zurückgewiesen. Die laufenden Tarifverhandlungen betreffen mehr als 2,5 Millionen Menschen im öffentlichen Dienst. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 14. bis 16. März 2025 angesetzt.

Auswirkungen der Warnstreiks

In den letzten Wochen kam es in verschiedenen Städten zu signifikanten Einschränkungen. Am 13. Februar waren in Halle 15 Kitas geschlossen, viele weitere boten lediglich Notbetreuung an. Auch in Magdeburg wurden mehrere Einrichtungen und städtische Dienstleistungen, darunter das Puppentheater und das Jobcenter, geschlossen. Des Weiteren fanden am 11. Februar in Dessau-Roßlau und am 10. Februar im Burgenlandkreis Warnstreiks statt, die zu Einschränkungen in den entsprechenden Verwaltungen führten.

Insgesamt nahmen rund 300 Mitarbeitende von Kitas, Horten und Verwaltungen an einer großen Demo in Halle teil. Verdi kritisiert zudem die Unterfinanzierung der Kommunen und die damit verbundene Arbeitsverdichtung der Angestellten.

Zusätzlich zu den laufenden Streiks im Bildungssektor gibt es auch im öffentlichen Nahverkehr erhebliche Probleme. Am 17. und 18. Februar blieben in der zweiten Tarifrunde für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes Angebote aus. Christine Behle, stellvertretende Verdi-Vorsitzende, hob die schwierige Situation im Nahverkehr hervor, insbesondere den Personalmangel und die hohe Arbeitsbelastung. In den kommenden Jahren werden viele Beschäftigte in den Ruhestand gehen, während gleichzeitig neue Mitarbeiter aufgrund niedriger Löhne häufig nur kurzfristig bleiben.

Insgesamt sind 53.000 Beschäftigte in 69 Unternehmen vom Warnstreik im Nahverkehr betroffen. Verdi fordert auch hier eine deutliche Lohnsteigerung und bessere Arbeitsbedingungen, da der öffentliche Nahverkehr eine wichtige Daseinsvorsorge darstellt, wie Verdi betont.