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Bei der Bundestagswahl erzielte die Alternative für Deutschland (AfD) im nördlichen Oberhausen bemerkenswerte 31,2 Prozent der Stimmen und damit das beste Ergebnis im gesamten Stadtgebiet. Dies lieferte Anlass zu intensiven Diskussionen über die Beweggründe der Wähler und die allgemeine Verunsicherung in der Bevölkerung. Wie Augsburger Allgemeine berichtete, ist der Bezirk migrantisch geprägt, mit vielen Läden, die türkische Namen tragen, und Passanten, die zur Haltestelle Eschenhof eilen.
Besonderes Interesse wurde der Wählergruppe mit Migrationshintergrund zuteil, die einen relevanten Teil der AfD-Unterstützer ausmacht. Mertcan Karakaya, ein 33-jähriger AfD-Anhänger, kam als Kind Ende der 1990er Jahre aus der Türkei nach Deutschland. Er äußert Unmut über angebliche negative Entwicklungen in den Bereichen Sicherheit, Bildung und Wohlstand. Karakaya, der Schatzmeister im AfD-Landesverband Bremen ist, sieht die AfD als eine Partei, die den Migranten eine Stimme gibt, obwohl sie oft als gegen Zuwanderung eingestellt wahrgenommen wird. So befürwortet er die Positionen der Partei, insbesondere ihre harte Einwanderungspolitik und Wirtschaftspolitik, wie SRF berichtete.
Wähler mit Migrationshintergrund
Ahmet Görgülü, ein 49-jähriger Vorstandsmitglied im Kreisverband der AfD Bremen-Nord, wächst als Kind türkischer Gastarbeiter auf. Er kritisiert die Migrationspolitik der letzten zehn Jahre als gescheitert und bemängelt eine Überforderung der Verwaltung durch zu viele Migranten. Seine negative Haltung gegenüber Geflüchteten in seinem beruflichen Umfeld als Logistikleiter trägt zur Skepsis gegenüber der bestehenden Migrationspolitik bei. Beide Männer, Karakaya und Görgülü, sind sich einig, dass die AfD die Migrationspolitik besser gestalten könnte und streben danach, unentschlossene Wähler vor der kommenden Bundestagswahl zu gewinnen.