
In deutschen Supermärkten ist eine Vielzahl von Labels und Siegeln zu finden, die den Verbraucher vor die Herausforderung stellen, den Überblick zu behalten. Annalena Denninger, Ernährungsexpertin des Landratsamtes Alb-Donau-Kreis, hat in einem Bericht erläutert, welche Bedeutung die verschiedenen Kennzeichnungen für die Qualität und Herkunft von Lebensmitteln haben. Denninger, die seit Mai Teil eines vierköpfigen Teams im Landratsamt ist und über Lebensmittel informiert, weist auf die zahlreichen Mythen und die Intransparenz bezüglich dieser Siegel hin.
Die verschiedenen Siegel lassen sich in Gruppen unterteilen: Zu den ökologischen Siegeln zählen beispielsweise das EU-Bio-Label, während Herkunfts-Siegel den Ursprung von Obst, Gemüse und Fleisch kennzeichnen. Qualitätssiegel, wie das MSC-Label für Wildfisch und das ASC-Label für Zuchtfisch, informieren über die Haltungsbedingungen im tierischen Bereich. Zudem bieten Fair-Trade-Siegel Informationen zu fairen Preisen und Arbeitsbedingungen. Der Nutri-Score bewertet den Nährwert von Lebensmitteln, während Ernährungsformen-Labels vegetarische, vegane oder glutenfreie Produkte kennzeichnen. Umweltsiegel geben Auskunft über die Herkunft der Verpackungsmaterialien. Denninger empfiehlt den „Siegel-Check“ des deutschen Naturschutzbundes zur Vertiefung in das Thema.
Verbraucheraufklärung und Kennzeichnungsgesetze
Der Ernährungsreport 2024 zeigt, dass deutschen Verbrauchern Bio-Lebensmittel und die Herkunft der Produkte wichtig sind. Trotz der Kennzeichnungspflicht sieht Denninger Deutschland gut aufgestellt, kritisiert jedoch die Fülle an Labels und die damit verbundene fehlende Transparenz. Laut einem weiteren Bericht gibt es seit dem 1. Juli 2010 für alle verpackten Bioprodukte, die innerhalb der EU hergestellt werden, die Verpflichtung, das EU-Bio-Logo zu tragen. Das deutsche Bio-Siegel, das bereits 2001 eingeführt wurde, ist eine freiwillige Kennzeichnung, die in Deutschland bekannt ist.
Weitere interessante Kennzeichnungen sind das „g.U.“, die geschützte Ursprungsbezeichnung, und das „g.g.A.“, das eine geschützte geografische Angabe bedeutet und erfordert, dass nur eine Stufe der Produktion im benannten Gebiet stattfindet. Des Weiteren kennzeichnet das MSC-Siegel Produkte aus umweltschonender Fischerei, während das V-Label vegetarische und vegane Produkte unterscheidet. Für Fleischprodukte bietet der Deutsche Tierschutzbund Unterstützung beim Einkauf mit dem Label „FÜR MEHR TIERSCHUTZ“. Ein besonderes Augenmerk gilt auch dem Regionalfenster, das über die Herkunftsregion, Verarbeitung und den Anteil regionaler Zutaten informiert, sowie dem neu eingeführten Logo „Gutes aus Deutscher Landwirtschaft“, das Produkte kennzeichnet, die spezifische Erzeugungs- und Verarbeitungsschritte in Deutschland durchlaufen haben.
Für Verbraucher, die sich bezüglich der Kennzeichnung von Lebensmitteln informieren möchten, bieten die genannten Ressourcen eine wertvolle Unterstützung, um bewusste Kaufentscheidungen treffen zu können. Weitere Details zu den unterschiedlichen Labels und deren Bedeutung finden interessierte Leser in den Berichten von Schwäbische.de und Verbraucherzentrale.de.