BiberachRavensburgUmwelt

Biberach jubelt: Trinkwasserversorgung trotz Dürre gesichert!

Biberach bezieht sein Trinkwasser aus dem Wolfental, nicht aus der Riß. Das Wasser wird zum Hochbehälter auf dem Lindele gepumpt, nachdem 1964 eine Wasserknappheit zum Bau eines neuen Pumpwerks bei Appendorf und eines Hochbehälters auf dem Jordanberg führte. Beide Anlagen wurden 1974 in Betrieb genommen. Das Wasser fließt im freien Gefälle in das Trinkwassernetz der Stadt.

Im Rißtal verläuft ein großer Grundwasserleiter, der sich von Ravensburg bis südlich von Biberach erstreckt. Nach zwei Jahren mit reichlichem Niederschlag ist der Grundwasserspeicher gut gesättigt. Während in anderen Regionen Deutschlands ein Trinkwassernotstand herrscht, gibt es in Biberach keinen solchen Ausnahmezustand.

Überwachung und Schutz der Wasserversorgung

Das Pumpwerk in Appendorf ist eingezäunt und der Zugang ist ausschließlich für Mitarbeiter der Ewa Riss gestattet. Das Wasserschutzgebiet umfasst etwa sieben Quadratkilometer, das verschiedene Schutz- und Bewirtschaftungszonen beinhaltet. Sicherheitsvorkehrungen wurden an der Zufahrt zur B30 getroffen, um Verunreinigungen zu vermeiden. Die Kontrolle des Trinkwassers erfolgt strenger als bei anderen Lebensmitteln.

Das Pumpwerk Appendorf verfügt über zwei Brunnen: Brunnen A, der seit 1974 in Betrieb ist, und Brunnen B, der 1985 in Betrieb genommen wurde. Beide Brunnen wurden 2023 mit neuen Pumpen ausgestattet. Brunnen A fördert bis zu 60 Liter pro Sekunde, während Brunnen B bis zu 80 Liter pro Sekunde bereitstellt. Das Wasser wird mit UV-Anlagen behandelt, um Mikroorganismen abzutöten, und hat eine Temperatur zwischen neun und zwölf Grad Celsius. Es wird mit einem Druck von 10 bar in den Hochbehälter Jordanberg gepumpt.

Verfügbarkeit und Infrastruktur

Jährliche Förderungen von etwa 1,6 Millionen Kubikmetern Wasser entsprechen rund 8,4 Millionen Badewannen. Von dieser Menge kommen rund eine Million Kubikmeter jährlich aus dem Wolfental. Die Trinkwasserversorgung in Biberach bedient ungefähr 40.000 Menschen sowie Gewerbebetriebe. Die Verteilung erfolgt über ein 420 Kilometer langes Netz, das etwa der Strecke von Biberach nach München und zurück entspricht. Wasserverluste durch Undichtigkeiten und Entnahmen liegen bei etwa fünf bis sieben Prozent, zudem werden jährlich 1,1 bis 1,3 Prozent des Leitungsnetzes erneuert, dessen durchschnittliche Lebensdauer zwischen 40 und 60 Jahren beträgt.

Die Wasserversorgung in Biberach kann in Notfällen oder während Wartungsarbeiten gegenseitig unterstützt werden. Zudem ist die Biberacher Wasserversorgung mit Nachbargemeinden und Versorgungsverbänden verbunden, um zusätzliche Versorgungssicherheit zu gewährleisten, wie biberach.de berichtete.