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Die Deutsche Bahn hat aktualisierte Pläne für die Begradigung der ICE-Strecke zwischen Dresden und Leipzig bei Böhla vorgestellt. Geplant ist der Bau eines 3,4 Kilometer langen Tunnels durch den Kockelsberg, der die Strecke um 1,1 Kilometer verkürzen und die Geschwindigkeit auf 200 km/h erhöhen soll. Die Fertigstellung der neuen Strecke wird frühestens für 2031, eher für 2035 oder 2036, erwartet.
Allerdings gibt es auch kritische Stimmen zu diesem Großprojekt. Rainer Trojan aus Großenhain äußerte Bedenken hinsichtlich der Kosten und des tatsächlichen Nutzens des Tunnels. Er argumentiert, dass die geplante Maßnahme lediglich eine Fahrzeitverkürzung von drei Minuten bewirken würde, während die Kosten in die Millionen gehen könnten. Trojan schlägt vor, anstelle des Tunnels zwei oder drei Brücken zu bauen, um Landwirten den Zugang zu ihren Äckern zu erleichtern, was seiner Ansicht nach kostengünstiger wäre. Zudem kritisiert er die Planungskompetenz der Deutschen Bahn im Zusammenhang mit der Modernisierung des Bahnknotens Dresden und verweist auf den zusätzlichen Energieaufwand und die damit verbundenen Kosten. Für Trojan stellt dieser Fall einen klaren Anlass für den Steuerzahlerbund dar.
Risikomanagement im Tunnelbau
Im Kontext von Großprojekten im Tunnelbau ist das Risikomanagement ein zentrales Thema. Nach dem Endbericht der Reformkommission Bau von Großprojekten in Deutschland aus dem Jahr 2015 wird die Implementierung eines systematischen Risikomanagements für die Projektabwicklung empfohlen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat ein Forschungsprojekt zur Unterstützung bei der Durchführung des Risikomanagements bei Pilotvorhaben im Bereich der Bundesfernstraßen initiiert, in Zusammenarbeit mit Experten und Partnern wie der DEGES GmbH.
Die Ergebnisse vergangener Pilotprojekte zeigen eine stabile und transparente Kostenentwicklung. In einer dreiteiligen Serie über Risikomanagement im Tunnelbau werden in zukünftigen Teilen verschiedene Aspekte behandelt, darunter ein integriertes Kosten-, Risiko- und Bauzeitmodell sowie die Rolle des Risikomanagements bei anreizbasierten Projektabwicklungs- und Vertragsmodellen. Zukünftige Analysen werden auch probablistische Methoden empfehlen, um Unsicherheiten zu berücksichtigen und eine probabilistische Gesamtkostenprognose zu liefern.