Augsburg

Kuka Augsburg: Sperrfeuer gegen Jobs – 400 Stellen in Gefahr!

Kuka, der Roboterhersteller aus Augsburg, steht vor massiven Einschnitten in der Robotiksparte. Das Unternehmen plant den Abbau von 400 Vollzeitstellen am Hauptstandort, wobei 300 der Stellen in der Robotiksparte und 100 in der Konzernzentrale wegfallen. Aktuell beschäftigt Kuka 3.200 Mitarbeiter in Augsburg. Der Personalabbau wird durch eine schwierige Marktlage sowie aggressive Konkurrenz aus Asien, insbesondere aus China und Japan, bedingt.

Die deutsche Automobilindustrie, die einen wichtigen Markt für Kuka darstellt, befindet sich in einer Schwächephase. Um den Herausforderungen zu begegnen, führt Kuka ein „Fit4Growth“-Programm ein, das mehrere Maßnahmen umfasst: die Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden pro Woche für Tarifbeschäftigte, eine verstärkte Nutzung von Altersteilzeitmodellen sowie freiwillige Aufhebungsverträge. Die Geschäftsführung verspricht, den Personalabbau sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen zu gestalten. Allerdings warnt der Betriebsrat vor einer möglichen Produktionsverlagerung in Niedriglohnländer.

Investitionen und Zukunftsaussichten

Kuka investiert verstärkt in digitale Technologien, darunter Künstliche Intelligenz (KI) und IoT-Technologien, um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Das Unternehmen erwirtschaftet weltweit einen Jahresumsatz von 4 Milliarden Euro mit 15.000 Mitarbeitern. Prognosen deuten jedoch auf einen Umsatzrückgang von 9 Prozent für 2025 in der Robotikbranche hin. Inlandsaufträge brechen um 16 Prozent ein, während internationale Bestellungen um 2 Prozent sinken. Zudem erzielt Kuka 25 bis 30 Prozent seines Robotergeschäfts im chinesischen Markt, und die Abhängigkeit vom Automobilsektor wird als problematisch angesehen.

Die Robotiksparte in Augsburg sowie die in Obernburg stehen vor einem Abbau von insgesamt 255 Stellen. Obernburg soll jedoch zum Kompetenzzentrum für Standardzellen umstrukturiert werden, und das Unternehmen plant weitere Investitionen in digitale Lösungen, um die Marktposition zu stärken. Wie BR24 berichtete, äußerte CFO Alexander Tan Zufriedenheit über die Performance des Unternehmens, trotz der aktuellen Herausforderungen.

Obwohl Kuka seit 2016 zum chinesischen Haushaltswarenkonzern Midea gehört, konnte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr die Umsatz-Ziele mit einem Rekord-Umsatz von über vier Milliarden Euro übertreffen. Der operative Gewinn stieg um 33 Prozent, doch der Auftragseingang sank um 10 Prozent auf 4 Milliarden Euro. CEO Peter Mohnen dämpft die Erwartungen für 2024 und rechnet mit nur leichtem Wachstum. Er betont zudem die Bedeutung der Robotik in der Fertigung, insbesondere in Hochlohnländern, wo Roboter Fabrikarbeitern und Handwerkern Unterstützung bieten sollen.