
In Ebersdorf wurde eine neue Ausgabestelle der Organisation Foodsharing eingerichtet, die als „Fairteiler“ fungiert. Diese Anlaufstelle befindet sich im Bürgertreff der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Zu den Öffnungszeiten der Einrichtung haben interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, Lebensmittel aus einem Kühlschrank und Regal abzuholen. Zu den verfügbaren Lebensmitteln gehören Backwaren, Gemüse, Obst und Milchprodukte, die abhängig von den geretteten Waren variieren.
Ehrenamtliche von Foodsharing sind dafür zuständig, nach Geschäftsschluss bei regionalen Betrieben übrig gebliebene Lebensmittel abzuholen. Nutzer der Ausgabestelle werden gebeten, eigene Tüten mitzubringen, wie Nadine Jacob, die Leitung des Awo Bürgertreffs, erklärt. Harald Dütsch, der Awo Kreisvorsitzende, hebt die Relevanz des Angebots zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung hervor. Geschäftsführer Carsten Höllein zeigt auf, dass Foodsharing nicht nur Nachhaltigkeit fördert, sondern auch soziale Aspekte berücksichtigt. Die Lebensmittelabgabe steht allen Interessierten offen, ungeachtet ihrer Herkunft und ihres Einkommens.
Die Neueröffnung des Fairteilers wurde durch großzügige Spenden ermöglicht, darunter auch von der Gemeinde Ebersdorf. Bürgermeister Bernd Reisenweber hat seine Unterstützung zugesagt. Zudem hat die VdK-Kleiderkammer zur Ausstattung des Regals beigetragen. Manuela Marzell von Foodsharing stellte die erforderlichen Kisten zur Verfügung. Die Öffnungszeiten des Awo Bürgertreffs sind wie folgt:
- Montag und Donnerstag: 9 bis 12 Uhr, 13 bis 18 Uhr
- Dienstag und Mittwoch: 9 bis 12 Uhr, 13 bis 16 Uhr
- Freitag: 13 bis 16 Uhr
Für weitere Informationen können Interessierte die Telefonnummer 09562/4037283 oder die E-Mail-Adresse treff-ebersdorf@awo-coburg.de kontaktieren.
Foodsharing-Community stärkt Lebensmittelrettung
Foodsharing ist eine ehrenamtliche, gemeinnützige Initiative, die seit über elf Jahren zur Rettung und Verteilung von Lebensmitteln beiträgt. Laut Angaben hat sich die Community von einigen Hundert auf über 500.000 „Foodsharer:innen“ vergrößert, darunter über 170.000 „Foodsaver:innen“. Über 15.000 kooperierende Betriebe ermöglichen täglich rund 7.500 Rettungseinsätze. Die Initiative arbeitet eng mit anderen Organisationen, Hochschulen, Lebensmittelverbänden und Ministerien zusammen.
Trotz des großen Engagements wurde Foodsharing bisher ohne festangestellte Personen und institutionelle Förderung betrieben. Angesichts der gestiegenen Anforderungen wird eine professionellere Struktur notwendig. Für das Jahr 2024 sind mehrere Projekte geplant, darunter die Einrichtung einer bundesweiten Koordinierungsstelle und eines Organisationsbüros, sowie die Schaffung eines Finanzierungstopfes für IT und überregionale Arbeitsgruppen. Der gesamte Mittelbedarf für diese Projekte beträgt schätzungsweise 500.000 Euro, wobei mindestens 100.000 Euro aus privaten Spenden angestrebt werden. Über die Hälfte dieser Summe konnte bereits aus der Community gesammelt werden. Die Spenden sind steuerlich absetzbar und können einmalig oder regelmäßig erfolgen.