
Mit dem Ende des Monats März beginnt das Schwalbenjahr, denn die Schwalben kehren aus ihren Winterquartieren südlich der Sahara zurück. Diese Rückkehr ist von besonderer Bedeutung, da die Vögel zunehmend auf Unterstützung angewiesen sind, weil sie immer weniger Nistmöglichkeiten finden. Laut NABU-Vogelschutzexperte Martin Rümmler ist die Populationszahl stark gesunken. Derzeit gibt es nur noch etwa 700.000 Brutpaare, was etwa halb so viele sind wie vor 30 Jahren.
Besonders betroffen ist die Mehlschwalbe, die als gefährdet gilt, während die Rauchschwalbe auf der Vorwarnliste der Roten Liste Deutschlands steht. Die ersten Rauchschwalben treffen bereits ab Mitte März ein, während die Mehlschwalben ab Mitte April zurückkehren. Schwalben sind ortstreu und nutzen gerne alte Nester, die aus Lehm, Ton oder schlammiger Erde mit Speichel geformt werden. Dabei sollte die Lehmpfütze nicht mehr als 300 Meter vom Niststandort entfernt sein, und Katzen dürfen keine Deckung finden.
Schwalbenfreundlichkeit fördern
Die Mehlschwalbe zeichnet sich durch einen leuchtend weißen Bürzel und Bauch sowie einen tief gekerbten Schwanz aus. Felsenbrüter bauen geschlossene Lehmnester unter Dach- oder Fassadenvorsprüngen. Der Kot von Jungvögeln kann als Blumendünger genutzt werden, indem er mit einem Brett aufgefangen wird. Die Rauchschwalbe hingegen hat glänzend blauschwarzes Gefieder, eine weiße Unterseite, eine rötlich-beige Kehle und lange Schwanzspitzen.
Um den Schwalben bei ihrer Rückkehr zu helfen, sollten Fenster, Türen oder Einflugöffnungen während der Brutsaison offen gehalten werden. Sie spielen eine wichtige Rolle, da sie Mücken, Fliegen und Blattläuse fangen und somit als nützliche Vertilger gelten. Der NABU hat die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ eingeführt, um Menschen zu ermutigen, sich für Schwalben zu engagieren. Seit 2017 wurden bereits 12.000 Auszeichnungen verliehen, um das Leben mit der Natur zu fördern.
Schwalben sind nicht nur als Sorgenvögel des Naturschutzes bekannt, sondern auch als Kulturfolger, die in Dörfern und Städten weit verbreitet sind. Jedoch stellen Hausbesitzer oft die Nester der Mehlschwalben aus Angst vor Verschmutzung auf die Probe, während Bauern Ställe aus Hygienegründen für Rauchschwalben schließen. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Schwalben weder die Gesundheit noch die Lebensmittelsicherheit gefährden.
Der NABU hat sich seit vielen Jahren aktiv für den Schutz der Schwalben engagiert. So wurden die Mehlschwalbe 1974, die Rauchschwalbe 1979 sowie die Uferschwalbe 1983 zu den Vögeln des Jahres gekürt. Das Engagement für den Schutz der Schwalben wird unter anderem auch durch das Projekt „Schwalbenfreundliches Haus“ weitergeführt.