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Die Stadtverwaltung Kaufbeuren plant umfassende Etatkürzungen im Bereich Kunst und Kultur, wie Merkur berichtet. Diese Maßnahmen beinhalten eine Reduzierung der Förderungen sowie eine Erhöhung von Gebühren und Eintrittsgeldern. Auch die Häufigkeit von Veranstaltungen soll verringert werden, um finanzielle Einsparungen zu erzielen. Der Stadtsaal und das Stadttheater sollen jeweils mehrere tausend Euro zur Konsolidierung der Stadtkasse beitragen.
Zusätzlich wird das Gablonzer Haus, welches 2026 wieder in Betrieb genommen werden soll, als Teil der Maßnahmen betrachtet. Ein Einsparvolumen von 10.000 Euro ergibt sich durch die Verschiebung einer Sonderausstellung im Stadtmuseum. Bei der Ludwig Hahn Sing- und Musikschule wird ein Einsparpotenzial von über 15.000 Euro erwartet, das durch eine Reduzierung der Ausgaben für Betriebsausstattung und Unterrichtsmittel erreicht werden soll. Auch die Mieten für Leihinstrumente werden um 20 Prozent ansteigen, während die Stadtbücherei plant, durch den Verzicht auf kostenpflichtige Werbung und Neukundengeschenke Einsparungen zu erzielen.
Kürzungen im Berliner Kulturetat
In Berlin beklagt die Kulturszene massive Kürzungen im Kulturetat von über 130 Millionen Euro, was mehr als 12 Prozent des ursprünglich geplanten Etats entspricht, wie Tip Berlin berichtet. Diese Einsparungen betreffen überproportional im Verhältnis zu anderen Ressorts. Große Kultureinrichtungen sehen sich gezwungen, Programme drastisch zu reduzieren, während kleinere und freie Szenen ums Überleben kämpfen müssen.
Besonders kulturelle Initiativen, die Diversität, Inklusion und soziale Programme fördern, stehen unter Druck. Trotz der Tatsache, dass der Kulturetat Berlins nur 2,5 Prozent des Gesamthaushalts ausmacht, sind 80 Prozent der Touristen wegen der Kultur in die Stadt gekommen. Kultureinrichtungen äußern Bestürzung über die Kürzungen und warnen vor Verlust von Arbeitsplätzen und kultureller Vielfalt. Institutionen wie das Radialsystem berichten von Unsicherheiten und drohenden Existenzängsten, während Theater wie die Volksbühne fordern, von den Kürzungen im Haushaltsplan für 2026/27 ausgenommen zu werden.
Die finanziellen Mittel, die für Sanierungsprojekte, sowie für geplante Produktionen benötigt werden, sind stark gefährdet. Das HAU Hebbel am Ufer und der Arbeitskreis Berliner Kinder- und Jugendtheater äußern Besorgnis über die Auswirkungen auf Diversität und Inklusion. Zudem sieht sich das inklusiv arbeitende RambaZamba Theater durch Kürzungen in seiner Existenz bedroht, was die Kulturlandschaft in der Stadt stark beeinträchtigt.