Kronach

Katzennotstand: Tierheim sucht einfühlsames Zuhause für Sorgenmäuschen Kiki!

Das Tierheim in Kronach sucht dringend ein neues Zuhause für die Katze Kiki, die als „kleines Sorgenmäuschen“ beschrieben wird. Kiki gehört zu einer Gruppe von fünf Katzen, die von der Gemeinde Nordhaben übernommen wurden. In Nordhaben gab es eine unkontrollierte Katzenpopulation, die in einem kritischen Zustand war, da ein leerstehendes Haus, das als Unterschlupf diente, abgerissen werden sollte. Während einige ihrer Artgenossen bereits vermittelt werden konnten, verblieben Kiki und vier weitere Katzen im Tierheim.

Kiki hat noch nie in einem menschlichen Haushalt gelebt und benötigt daher ein verständnisvolles Zuhause, in dem sie viel Zeit hat, Vertrauen zu fassen. Das Tierheim appelliert an Katzenbesitzer, ihre Tiere kastrieren zu lassen, da im Landkreis eine große Zahl herrenloser und unkastrierter Katzen lebt. Die daran gewohnte Lebensweise ist oft mit großen Herausforderungen verbunden, denn viele der wild geborenen Katzen sind dem Menschen gegenüber misstrauisch, was die Vermittlung erschwert. Kiki ist die jüngste in ihrer Gruppe und zeigt Neugierde, allerdings ist das Anfassen derzeit nicht möglich, weshalb sie nicht in ein Zuhause mit Kindern vermittelt werden kann. Außerdem sollte im neuen Zuhause bereits eine weitere Katze vorhanden sein, und die Umgebung sollte ländlich sein.

Überfüllung in Tierheimen

Die Situation im Tierheim Kronach ist nicht einzigartig, wie auch die Berichte über die dramatischen Umstände in deutschen Tierheimen zeigen. Laut dem Deutschen Tierschutzbund steigt die Population an Straßenkatzen kontinuierlich an, sodass das Elend der Tiere immer größer wird. Das Tierheim Frankfurt-Fechenheim meldet, dass es überfüllt ist und einen hohen Bedarf an medizinischer Behandlung für Katzen hat. Die Anzahl der verwilderten, unkastrierten Hauskatzen nimmt weiter zu, was zu einem besorgniserregenden Gesundheitszustand bei vielen freilebenden Katzen führt. In Deutschland wird eine siebenstellige Zahl von Streunerkatzen geschätzt, die oft in versteckten Gebieten wie Schrebergärten und verlassenen Gebäuden leben.

Um dem Problem entgegenzuwirken, fordern Tierschützer Verordnungen zur Kastration von Haustieren. In Hessen haben 99 von 442 Gemeinden bereits eine Katzenschutzverordnung erlassen, während andere Landkreise, wie beispielsweise Landkreis Fulda, keine solchen Regelungen haben. Landesweit gibt der Deutsche Tierschutzbund an, dass 97% der Tierschutzvereine an ihre Grenzen kommen, wenn es darum geht, Katzen aufzunehmen. Die Hessische Landestierschutzbeauftragte, Madeleine Martin, betont, dass der Kampf um Verordnungen oft Jahre in Anspruch nimmt. Die steigende Zahl der Streunerkatzen verdeutlicht die Notwendigkeit, die Thematik umfassend anzugehen.

Die Kontaktdaten des Tierheims in Kronach sind wie folgt:
– Adresse: Ottenhof 2, 96317 Kronach
– Telefon: 09261 / 20111
– E-Mail: tsvkc@gmx.de