Memmingen

Faschingsspiele im Vöhlin-Gymnasium: Tradition trifft auf Neuerung!

Das Dietrich-Bonhoeffer-Haus, traditioneller Veranstaltungsort der Faschingsspiele der evangelischen Gemeindejugend, wird derzeit verändert. Die Aufführungen finden nun in der Aula des Vöhlin-Gymnasiums statt. Proben vor der Premiere auf der Vöhlin-Bühne waren auf drei beschränkt; Gruppen probten in verschiedenen Kirchengemeinden. Regie führen Sabine Voigt, Susanne Schneider, Elke Rettensberger und Leonie Küthmann. Das Märchen „Der gestiefelte Kater“ von Matthias Weißert wird mit den Jüngsten einstudiert. Traditionselemente wie der Bläserchor von Sankt Martin sind auch am neuen Veranstaltungsort präsent.

Die Bühnenarbeiter, die „Rotkittel“, kümmern sich um den schnellen Umbau der Szenen. Der Fundus der Faschingsspiele befindet sich noch im Dietrich-Bonhoeffer-Haus. Nach dem Abriss des Bonhoeffer-Hauses wird ein neuer fester Spielplatz für die Faschingsspiele geschaffen. Am Premierentag gab es eine zwanzigminütige Pause, die das Publikum auf dem Pausenhof verbrachte.

Programm und Termine der Faschingsspiele

In den Szenen von Andreas Kroll „Das Böse, nein, es ruht und rastet nicht“ sorgen kleine und große Banditen für Unterhaltung. Ein Stück von Karl Valentin, in dem ein Scheinwerfer repariert werden soll, wird unter der Regie von Rolf Spitz aufgeführt. Die Faschingsspiele haben eine Tradition von über 70 Jahren. Die Aufführungen finden in der Aula des Vöhlin-Gymnasiums statt:

  • Freitag, 28. Februar, 19.30 Uhr
  • Sonntag, 2. März, 14 und 19.30 Uhr
  • Faschingsdienstag, 19.30 Uhr

Es gibt freie Platzwahl bei den Nachmittagsvorstellungen. Kartenreservierungen sind unter 08331/9412087, Montag bis Freitag zwischen 16 und 19 Uhr möglich. Die Eintrittspreise betragen 10 Euro für Erwachsene und 3 Euro für Kinder (nur am Nachmittag).

Musik spielte auch eine wichtige Rolle im Hause Bonhoeffer. Gemeinsames Musizieren war fester Bestandteil des familiären Lebens. Dietrich Bonhoeffer spielte Klavier und erwog in seiner Jugend, Pianist zu werden. Diese musikalische Tradition wurde im Predigerseminar von Bonhoeffer fortgesetzt, wie bonhoeffer-haus-berlin.de berichtete. Schallplatten mit Spirituals, die Bonhoeffer 1930/31 in New York erwarb, wurden im Seminar verwendet. Der große Flügel der Familie wurde ebenfalls genutzt. Gemeinsames musikalisches Interesse führte zur Freundschaft zwischen Dietrich Bonhoeffer und Eberhard Bethge.

Viele Texte von Bonhoeffer, wie das Gedicht „Von guten Mächten“, entstanden im Hausgefängnis der Gestapo 1944 und finden heute als Lieder Eingang in Gottesdienste und christliches Leben. Im Bonhoeffer-Haus gibt es eine Vertonung des Gedichts „Christen und Heiden“ auf Bonhoeffers Clavichord. Besucher des Bonhoeffer-Hauses bringen ihre Tradition und Erfahrungen mit Dietrich Bonhoeffer mit. Die Begegnungen im Bonhoeffer-Haus fördern den Austausch über Vertonungen und Texte.