
In Bayern steht eine rumänische Diebesbande vor dem Landgericht Würzburg, die sich auf Elektronikmärkte spezialisiert hatte. Die Anklage bezieht sich auf einen Beutezug im Juli des vergangenen Jahres, bei dem die Bande innerhalb von nur sechs Tagen Elektronikartikel im Wert von 32.000 Euro erbeutete. Zu den Tatorten gehören die Städte Dachau, Olching, Holzkirchen, Geretsried und Plattling. Die Diebe konzentrierten sich auf hochwertige Produkte wie Kopfhörer, Festplatten und Mobiltelefone und durchsuchten ausschließlich Fachmärkte von expert.
Das Verfahren stützt sich auf Videoaufnahmen aus den Märkten, sodass auf die Vernehmung von Zeugen und das Abspielen der Videos weitgehend verzichtet werden konnte. Der Anführer der Bande gab an, aus finanziellen Nöten gehandelt zu haben, um die Therapie seiner an Krebs erkrankten Ehefrau zu bezahlen. Ein weiterer Angeklagter rechtfertigte sein Handeln mit Spielschulden und Forderungen von Gläubigern. Besonders auffällig war die Vorgehensweise der beiden Frauen in der Bande, die spezielle Unterwäsche trugen, um gestohlene Waren zu verstecken und unbemerkt aus den Geschäften zu schmuggeln.
Vorgehensweise und rechtliche Konsequenzen
Die Frauen lenkten das Personal durch Fragen ab, während die Männer im Hintergrund Zustimmung gewährten, um die Plombensicherung entfernen zu können. Die letzte Tat der Bande fand in Ochsenfurt statt, wo ein Kassierer einen der Angeklagten auf einer Warnvideoaufnahme erkannte. Das Gericht verhängte unterschiedliche Strafen. Eine 33-jährige Frau wurde nach acht Monaten Untersuchungshaft mit einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren entlassen, während ihre 30-jährige Komplizin eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten erhielt. Die beiden Männer, beide 36 Jahre alt, müssen mit Freiheitsstrafen von drei Jahren und sechs Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten rechnen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, wie Merkur berichtete.
In einem anderen Vorfall wurde eine Mutter und zwei ihrer drei Kinder in einem Elektromarkt in Geretsried beim Diebstahl erwischt. Die Familie hatte Elektroartikel im Wert von rund 3.900 Euro entwendet. Bereits am Mittwoch in der vorigen Woche hatten sie im Ortsteil Gartenberg einen Diebstahl verübt. Während sich die Mutter mit dem jüngsten Kind vom Personal beraten ließ, entnahmen die beiden älteren Kinder, im Alter von 7 und 14 Jahren, Waren aus der Auslage und verstauten diese in einem Handwagen. Ohne zu bezahlen verließen sie den Markt. Als die Familie am darauffolgenden Samstag zurückkehrte, wurden sie von den Angestellten erkannt.
Die Mutter flüchtete mit dem Kleinkind, während die beiden älteren Kinder zurückblieben und von der Polizei in Gewahrsam genommen wurden. Diese wurden anschließend zu ihrem Vater gebracht. Aufgrund der strukturierten Vorgehensweise der Familie stellte die Staatsanwaltschaft einen Durchsuchungsbefehl für die Wohnung der Familie nahe München aus, wie Süddeutsche.de berichtete.