Schwandorf

500 Jahre Täuferbewegung: Glaube und Geschichte erleben in Schwandorf!

Die Evangelische Freikirche Schwandorf bereitet sich auf ein bedeutendes Jubiläum vor: Sie feiert 500 Jahre Täuferbewegung. Die Gemeinde, die zur Mennonitengemeinde gehört, veranstaltet zu diesem Anlass eine Vortrags- und Begegnungsreihe. Der Auftakt findet am 20. März um 19:00 Uhr im Metropol in der Schweigerstraße 2a in Schwandorf statt. Musikalische Darbietungen von Musikern der Musikschule Schwandorf und Snacks sowie Getränke werden die Veranstaltung abrunden.

Im Mittelpunkt des Abends steht ein Vortrag von Dr. Astrid von Schlachta, einer Forscherin und Dozentin an der Regensburger Universität. Ihr Vortrag mit dem Titel „überzeugt leben“ beschäftigt sich mit der Entstehung und Verbreitung der Täuferbewegung sowie deren Idealen und deren Relevanz für die heutige Gesellschaft. Die Täuferbewegung hat als Impulsgeber für religiöse Freiheit, Gewissensfreiheit und Nächstenliebe gewirkt. Historische Persönlichkeiten wie Würzelgruber und Negl wurden 1528 in Regensburg und Weiden aufgrund ihres Glaubens gefangen genommen und hingerichtet, während weniger bekannte Einzelschicksale, wie das eines Schusters in Ensdorf und eines Schneiderpaars in Weiden, an den Mut zur Glaubensfreiheit erinnern.

Die Bedeutung der Täuferbewegung

Die Täuferbewegung begann 1525 als reformatorischer Aufbruch und ist Teil der lebendigen ökumenischen Gemeinschaft. Gemeinden der Täuferbewegung blicken auf 500 Jahre Geschichte zurück und sind bereit, ihre Erfahrungen und Überzeugungen in ökumenische Gespräche einzubringen. Wichtige Themen, die dabei im Vordergrund stehen, sind Gewissensfreiheit, religiöse Mündigkeit, die Trennung von Kirche und Staat, Nachfolge Jesu sowie Friedfertigkeit und Gewaltfreiheit.

Die Überzeugungen der Täufer fördern Zuversicht für die Zukunft und betonen, dass die Liebe vor Gott gerecht macht. Es wird die Ansicht vertreten, dass der Glaube frei und selbstbestimmt gelebt werden soll. In den Herausforderungen der heutigen Zeit wird gefragt, wie man die Welt besser gestalten kann, insbesondere in einer Kultur, in der der Glaube oft als Privatsache betrachtet wird. Ein zentrales Element der täuferischen Praxis war die gemeinsame Bibellektüre, die als Voraussetzung für die Erfahrung des Heiligen Geistes gilt, und das Bestreben, Hoffnung zu teilen, auch in einer von Depressionen geprägten Gesellschaft, wie [mennonitengemeinde.de](https://mennonitengemeinde.de/2024b/themenheft-500-jahre-taeuferbewegung-themenjahr-2025.html) berichtet.