
Der Kult um die historischen Motorräder der DDR, insbesondere die Modelle von Simson und MZ, lebt bis heute weiter. Jugendliche DDR-Bürger erlebten an der Autobahnraststätte Stolpe-Nord an der A 24 Berlin-Hamburg Motorradfreuden, die für sie Freiheit und Unabhängigkeit symbolisierten. Diese Wertschätzung für die Maschinen der Marke MZ und Simson hält bis zur heutigen Generation Z an, wie Familie.de berichtet.
Das Simson Werk in Suhl gilt als der einzige Hersteller von Mopeds in der DDR und brachte ab 1956 eine Vielzahl an Modellen hervor. Unter den bekanntesten Fahrzeugen sind der AWO 425 Suhl aus dem Jahr 1952, die MZ ES 175, die bis 1962 produziert wurde, sowie die berühmte Schwalbe KR51, die bis 1980 hergestellt wurde und mit über einer Million produzierten Exemplaren das meistgefahrene Retro-Moped ist. Die Beliebtheit dieser Fahrzeuge erstreckt sich mittlerweile auch auf den Westen, wie NDR.de hervorhebt.
Die Geschichte von Simson
Die Marke Simson wurde 1856 in Suhl von Löb und Moses Simson gegründet und begann einst mit der Waffenproduktion. Ab 1896 verlagerte sich der Fokus auf die Herstellung von Fahrrädern. 1952 übergab die Sowjetunion das Werk an die DDR und gründete das „VEB Fahrzeug- und Gerätewerk Simson Suhl“. Es war das Jahr, in dem das erste in der DDR gebaute Moped, das „SR 1“, auf den Markt kam. Die Produktion von Mopeds, Mokicks und Rollern dominierte ab 1962 das Sortiment, bis 2003 schließlich die Produktion endgültig eingestellt wurde und die letzten 90 Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze verloren.
Vor allem die „Schwalbe KR 51“ erfreute sich großer Beliebtheit und stellte ein unumstrittenes Kultobjekt dar, das auch heute noch nachgefragt wird. Um den historischen Bestand und die Marke Simson zu ehren, wird seit 2019 der bundesweite Simson-Tag am 19. Juli gefeiert.