
Der 23-jährige Atallah Younes, ein Influencer aus dem Westjordanland, steht aufgrund schwerer Vorwürfe in Haft. [Tag24.de](https://www.tag24.de/berlin/crime/influencer-in-u-haft-ruecksichtslose-tat-fuer-groesstmoegliches-publikum-3348239) berichtet, dass gegen ihn ein Haftbefehl erlassen wurde, da er keinen Wohnsitz in Deutschland hat. Ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Petzold, bestätigte die Informationen und nannte die Vorwürfe, die Younes betreffen. Diese umfassen die rücksichtslose Gefährdung von Menschenleben, versuchte schwere Brandstiftung, versuchte gefährliche Körperverletzung und Sachbeschädigung.
Das Motiv hinter Younes‘ Taten läge in dem Bestreben, ein größtmögliches Publikum durch sein Verhalten zu erreichen. Der Vorfall, der zu seiner Festnahme führte, ereignete sich am Flughafen BER, wo Younes von Bundespolizisten gefasst wurde. Es wird ihm vorgeworfen, in einem viral gegangenen Video zu sehen zu sein, wie er eine Feuerwerksrakete zündet und diese auf ein Mehrfamilienhaus richtet. Die Rakete fliegt durch ein Fenster und explodiert im Schlafzimmer eines 33-jährigen Wohnungsinhabers, wobei Mobiliar beschädigt, jedoch keine Personen verletzt wurden. Younes löschte das Video und entschuldigte sich, erklärte jedoch, er habe nicht gewusst, wie die Rakete funktioniert und wollte niemanden absichtlich verletzen.
Rechtliche Aspekte und mögliche Konsequenzen
Die Strafmaßnahmen gegen Younes könnten gravierend ausfallen, da für Brandstiftung und gefährliche Körperverletzung mindestens ein Jahr Haft zu erwarten ist, während Sachbeschädigung möglicherweise mit einer Geldstrafe geahndet wird. Die hohe Straferwartung könnte dazu führen, dass Younes versucht, sich dem Verfahren zu entziehen.
Zusätzlich zeigt die allgemeine rechtliche Lage für ähnliche Fälle die hohen Anforderungen an die Feststellung des Vorsatzes bei Brandstiftung. Dies wird in einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) verdeutlicht, die die Kriterien für die rechtliche Anerkennung von Vorsatz behandelt. In dieser Entscheidung wird auch die Unterscheidung zwischen bedingtem Vorsatz und bewusster Fahrlässigkeit thematisiert. Der BGH stellt fest, dass für die Anerkennung von Vorsatz der Täter die Möglichkeit eines erheblichen Schadens oder einer Gefährdung von Menschenleben billigend in Kauf nehmen muss. Diese Aspekte sind entscheidend für das Verständnis der rechtlichen Bewertung von Younes’ Handlungen, wie [Ferner-Alsdorf.de](https://www.ferner-alsdorf.de/grenzen-des-vorsatzes-bei-brandstiftung-anforderungen-an-die-innere-einstellung-des-taeters/) anmerkt.