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Seit Anfang 2025 gilt in der Europäischen Union eine neue Pflicht zur Getrenntsammlung von Alttextilien. Diese Regelung besagt, dass saubere und tragbare Kleidungsstücke nicht im Restmüll, sondern in speziellen Altkleidercontainern entsorgt werden müssen. Um den Anforderungen dieser Richtlinie gerecht zu werden, hat der Kolpingverband im Bistum Fulda über 150 Container aufgestellt, in denen jährlich etwa 500 Tonnen gebrauchte Kleidung gesammelt werden.
Die Verbraucherzentrale Hamburg weist darauf hin, dass Textilien in trockene, saubere und reißfeste Tüten verpackt und gut verschlossen sein müssen. Schmutzige oder nasse Kleidungsstücke sowie stark beschädigte Textilien gehören in den Restmüll. Darüber hinaus wird darauf hingewiesen, dass derzeit keine sinnvolle Möglichkeit besteht, beschädigte Textilien separat zu sammeln. Kritisch wird auch angemerkt, dass es bereits einen Anstieg an Müll in und um die Sammelcontainer gibt, jedoch nicht direkt durch die neue Regelung verursacht.
Detailierte Vorgaben zur Altkleiderentsorgung
In die Altkleidercontainer dürfen nur gut erhaltene Textilien, wie tragbare Kleidung und Haushaltswaren wie Handtücher oder Bettwäsche, entsorgt werden. Nicht akzeptiert werden schmutzige oder nasse Kleidungsstücke, Reste von Textilien oder anderweitig beschädigte Artikel.
Die neue Regelung hat zudem die Absicht, dass in Deutschland im Rahmen der neuen EU-Richtlinie ab dem 01. Januar 2025 mehr Textilien wiederverwendet oder recycelt werden sollen. Die bestehende Nachfrage bei Recyclingkapazitäten ist jedoch bereits ausgeschöpft, was die Notwendigkeit verdeutlicht, geeignete Recyclingverfahren zu entwickeln und die Kapazitäten auszubauen. Während bereits funktionierende Systeme zur Sammlung von Altkleidern bestehen, bleibt die getrennte Erfassung von brauchbaren und stark beschädigten Textilien eine Herausforderung.
In Remscheid beispielsweise wird ein funktionierendes Sammelsystem für Altkleider über Depotcontainer angeboten, und größere Mengen können an den Wertstoffhöfen abgegeben werden. Die Notwendigkeit, die Recyclingfähigkeit von Textilien zu verbessern, wird besonders durch die Umweltbelastungen der Textilindustrie angestoßen, die mehr Treibhausgase verursacht als internationale Flüge und Schiffe zusammen, wie auch die EU-Kommission betont.
Die Maßnahmen zielen auf eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft in der Textilwirtschaft ab und fordern einen bewussteren Konsum von Seiten der Verbraucher. Aktuell erreichen erfasste Alttextilien in Deutschland eine Wiederverwendungs- und Verwertungsquote von mehr als 90 Prozent.