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Im Landkreis Freising nimmt das Problem der streunenden Katzen zu, wie Merkur berichtet. Laut dem Deutschen Tierschutzbund leben in Deutschland etwa zwei Millionen Streunerkatzen. Die Ursache hierfür sind Nachkommen von nicht kastrierten Hauskatzen oder ausgesetzten Tieren. Der Tierschutzverein Hallertau, vertreten durch Silvia Dietrich, warnt vor einer rasant steigenden Vermehrung dieser Katzen. Eine einzelne Katze kann bis zu zweimal jährlich Nachwuchs bekommen, was theoretisch bis zu 12.000 Nachkommen in fünf Jahren ermöglicht.
Viele der Streunerkatzen leben in versteckten Verstecken wie Bauernhöfen, verlassenen Gehöften und Industriegebieten. Ihre Lebensbedingungen sind oft katastrophal; viele Tiere leiden unter Katzenschnupfen, Würmern und anderen Parasiten. Um die Kontrolle über die Population zu fördern, gibt der Tierschutzverein Hallertau seit Mitte Januar Kastrationsgutscheine aus, die 50% der Kosten für Kastrationen bei ausgewählten Tierärzten übernehmen. Für bestimmte Gruppen wie Studierende, Rentner und anerkannte Leistungsempfänger kann die Kostenübernahme sogar bis zu 100% betragen.
Kastrationsaktion und Forderungen
Die Kosten für Kastration und Chippen der Tiere können normalerweise bis zu 300 Euro betragen. Das Projekt wird durch Rücklagen finanziert, die durch Spenden gesammelt wurden. Bis Mitte Februar 2025 wurden bereits 25 Tiere kastriert, das Ziel sind bis zu 70 Kastrationen bis Mitte März. Joseph Popp, der Vorsitzende des Tierschutzvereins Freising, berichtete von 2200 bereits kastrierten Katzen seit 2008. Der Freisinger Verein kann keine ähnliche Aktion wie Hallertau durchführen, da er auf Spenden angewiesen ist.
Popp fordert darüber hinaus eine Kastrationspflicht, ein Impfgebot und eine Kennzeichnungspflicht für Freigänger-Katzen. Ein Vorschlag für eine Katzenschutzverordnung wurde jedoch vom Veterinäramt abgelehnt, das Landratsamt sieht in einer Verordnung einen erheblichen Eingriff in die Rechte der Katzenhalter. Die Aufklärung der Katzenhalter wird als vorrangiges Mittel zur Bekämpfung des Problems angesehen. Die Gutscheinaktion des Tierschutzvereins läuft bis zum 15. März 2025, Interessierte können sich über info@tierschutzverein-hallertau.de oder telefonisch unter (0171) 8912291 melden.
PETA Deutschland zwischenzeitlich fordert eine Kastrations- und Registrierungspflicht für Katzen, um die Überpopulation und das Leid heimatloser Katzen zu bekämpfen, wie PETA beschreibt. Unkastrierte Katzen können in nur sieben Jahren schätzungsweise bis zu 370.000 Nachkommen zeugen. Die Überfüllung in vielen Tierheimen und Katzenschutzvereinen in Deutschland führt häufig zu Aufnahmestopps. Schätzungen zufolge leben ebenfalls rund zwei Millionen heimatlose Katzen unter schlechten Bedingungen in Deutschland.
Paderborn war die erste Stadt in Deutschland, die 2008 eine Kastrationspflicht für Freigängerkatzen einführte. Mittlerweile haben über 1.000 Städte und Gemeinden entsprechende Verordnungen erlassen. Niedersachsen plant eine landesweite Katzenschutzverordnung, die Kastrations-, Kennzeichnungs- und Registrierungspflichten für Freigängerkatzen umfasst. PETA ermutigt die Bürger, heimatlose Katzen zu melden und sich für eine Kastrationspflicht einzusetzen.