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Die Stadt Hannover plant, der „Allianz der Chancen“ beizutreten, um Fachkräfte von Unternehmen, die Arbeitsplätze abbauen, in andere Anstellungen zu vermitteln. Dies wurde von Personaldezernent Lars Baumann (Grüne) während einer aktuellen Pressekonferenz angekündigt. Das Ziel dieser Initiative ist es, qualifizierten Fachkräften eine schnelle Perspektive zu bieten, ohne dass sie sich arbeitslos melden müssen. Die „Allianz der Chancen“ vereint bereits 75 Unternehmen und Institutionen in Deutschland, darunter namhafte Firmen wie Bayer und die Deutsche Bahn. In Niedersachsen engagieren sich auch Unternehmen wie Continental, Tui, Enercity und HDI.
Hannover könnte die erste Großstadt werden, die der Allianz beitritt, wobei jedoch die Zustimmung des Rates erforderlich ist. Aktuell verzeichnet die Stadtverwaltung rund 700 unbesetzte Stellen, darunter Positionen für Techniker, IT-Spezialisten, Erzieher, Gärtner, Hausmeister und Sachbearbeiter. Quereinsteiger sind ausdrücklich willkommen, um den Personalbedarf zu decken und eine effiziente Jobvermittlung zu gewährleisten, die es ermöglicht, Fachkräfte, die durch Stellenabbau freigesetzt wurden, schnell zu rekrutieren.
Jobdrehscheibe und soziale Verantwortung
Die Organisation der „Jobdrehscheibe“ obliegt Continental, während die Agentur für Arbeit Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen anbietet. Unternehmen profitieren hierbei von der Wahrnehmung ihrer sozialen Verantwortung und der Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Ein Beispiel für den Erfolg dieses Modells ist die Vermittlung ehemaliger Kaufhof-Mitarbeiter in die Stadtverwaltung. Eine Modellrechnung zeigt eine 80%ige Übereinstimmung zwischen dem Personalbedarf der Stadt und den Fachkräften, die von Continental zur Verfügung gestellt werden könnten. Bislang hat die Stadt noch kein Personal von Allianz-Unternehmen übernommen, plant jedoch Personalgespräche nach der geplanten Zustimmung des Rates. Der Personalausschuss hat die entsprechenden Pläne bereits genehmigt.
Wie Haufe berichtete, wurde die Allianz der Chancen im Herbst 2021 gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, eine neue Form der Arbeitsvermittlung zwischen den Mitgliedsunternehmen zu schaffen. Seit ihrer Gründung wurden rund 2.000 Mitarbeitende vermittelt. Die Mitgliedsunternehmen repräsentieren ca. 2,8 Millionen Beschäftigte in Deutschland und diskutieren aktiv die Stärkung des Wirtschaftsstandorts sowie die Herausforderungen des Arbeitsmarkts. Bei einem Netzwerktreffen in Berlin Ende Januar 2023 wurden auch Themen wie Um- und Weiterqualifizierung und Investitionen in den Klimaschutz angesprochen.