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Bonner Offensive: Gemeinsam gegen Wohnungslosigkeit bis 2030 kämpfen!

Die Stadt Bonn hat mit der „Bonner Offensive zur Überwindung von Wohnungslosigkeit bis 2030“ eine Initiative gestartet, die auf die Bekämpfung der Wohnungslosigkeit abzielt. Diese Offensive, die vom Amt für Soziales und Wohnen geleitet wird, umfasst eine ressortübergreifende Zusammenarbeit von Verwaltung, Trägern der Wohnungslosenhilfe und der Politik. Ziel ist es, die Wohnungslosigkeit in Bonn bis zum Jahr 2030 zu überwinden. Die Initiative wurde am 20. März 2023 ins Leben gerufen, und die Auftaktveranstaltung fand im Haus der Evangelischen Kirche statt.

Diese Maßnahme folgt einer Resolution der EU, die 2020 beschlossen wurde und darauf abzielt, Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden. Die Anzahl der wohnungslosen Menschen in Bonn hat sich seit 2011 fast verzehnfacht, und die Stadt sieht sich einem prognostizierten Bevölkerungszuwachs von mehr als 8,8 Prozent bis 2050 gegenüber. Dies erhöht den Wohnraumbedarf, während der Wohnungsmarkt den steigenden Bedarf nicht decken kann. Aktuell leben rund 100 Personen im öffentlichen Raum und 410 Personen in städtischen Wohnungslosenunterkünften.

Maßnahmen und Erfolge der Bonner Offensive

Im Rahmen der Bonner Offensive, die 2023 beschlossen wurde, hat der Rat der Stadt Bonn die koordinierende Geschäftsstelle beim Caritasverband für weitere zwei Jahre fortgeführt. Mit Gesamtkosten von 100.000 Euro jährlich wird das Projekt aus dem Haushalt des Amtes für Soziales und Wohnen als freiwillige kommunale Leistung finanziert. Zu den Aufgaben gehören die Prävention von Wohnungsverlusten, die Akquise von neuem Wohnraum sowie die Vernetzung der vorhandenen Akteure und Öffentlichkeitsarbeit für die Belange wohnungsloser Menschen.

Bisherige Erfolge der Initiative umfassen die Vermittlung von 50 wohnungslosen Menschen in reguläre Mietverhältnisse sowie Einsparungen von rund 730.000 Euro pro Jahr bei Unterbringungskosten für die Stadt Bonn. Die Stadt prüft zudem die Gründung einer sozialen Wohnraumagentur zur Stärkung des Wohnungsmarktes mit sozial gebundenen Angeboten für benachteiligte Menschen. In diesem Zusammenhang sollen auch Konzepte entwickelt und Unterstützer sowie Kooperationspartner gewonnen werden.

Zu den Herausforderungen gehört die unzureichende Kapazität in kommunalen Unterkünften und die schwierige bedarfsgerechte Versorgung in Sammelunterkünften. Im Sinne der Offensive plant die Sozialverwaltung, menschenwürdiges Wohnen zu ermöglichen und die Qualität der Unterbringung zu verbessern. Außerdem sollen schwer zugängliche Hilfsstrukturen erschlossen werden, wie die Pflegekasse und Eingliederungshilfe. Ella Elia Anschein trug zur Auftaktveranstaltung zwei Poetry-Slam-Beiträge vor, die persönliche Erfahrungen mit Armut und Wohnungslosigkeit thematisieren. Wie kabinett-online.de berichtete, wird weiterhin darüber nachgedacht, kommunale Förderprogramme zu entwickeln und Investoren zu gewinnen.

An der Auftaktveranstaltung nahmen unter anderem Vertreter von der Vebowag, dem Caritasverband Bonn und dem Verein für Gefährdetenhilfe (VFG) teil, was die umfangreiche Zusammenarbeit der beteiligten Akteure unterstreicht. Informationen über die Offensive wurden ebenfalls in einer Pressemitteilung der Stadt Bonn veröffentlicht, die den Start der Initiative bekanntgab (bonn.de).