
Am Donnerstag, den 27. März, findet um 19 Uhr im Museum Burg Linn in Krefeld ein traditioneller Grabungsabend statt. Der Stadtarchäologe Dr. Hans-Peter Schletter wird in seinem Vortrag über „Ausgrabungen und Forschungen der Stadtarchäologie 2024“ berichten. Schwerpunkt seiner Präsentation sind die eisenzeitliche Siedlung in Traar und das spätbronzezeitliche Gräberfeld in Stratum. Zudem wird Dr. Schletter die ersten Ergebnisse und den Neufund eines germanischen Reitersporns vom Schlachtfeld der Bataverschlacht aus Gellep vorstellen.
Des Weiteren wird Dr. Annette Schieck, die Leiterin des Deutschen Textilmuseums Krefeld, über „Fasern, Faden und Gewebe – Aktuelle Textilforschungen im Deutschen Textilmuseum“ sprechen und drei Projekte sowie aktuelle Strategien zur Textilforschung in der Archäologie präsentieren. Dr. Christoph Reichmann, Archäologe und ehemaliger Leiter des Museums Burg Linn, wird sich mit „Römischen Kommandantenhäusern in Gellep“ befassen, wobei er die Grabungen im römischen Kastell „Gelduba“ in Krefeld aufarbeiten und diese mit römischen Villen im ländlichen Raum vergleichen wird.
Ein weiterer Vortrag und Austausch
Ein weiteres Highlight des Abends wird der Vortrag von Dr. Boris Burandt, Museumsleiter, sein, der sich mit der römischen Zierscheibe mit der Darstellung eines Germanen aus dem Umfeld des Kastells Gelduba beschäftigen wird. In seiner Diskussion geht es um die Bedeutung und Funktion dieses Fundstücks. Nach den Vorträgen besteht die Möglichkeit zum Austausch und Umtrunk, organisiert vom Förderverein der Linner Museen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung beträgt 8 Euro, während Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre kostenfreien Zugang haben.
Ein weiteres archäologisches Thema wird in einem Vortrag von Sebastian Kriesch MA behandelt, der am Mittwoch, den 22. April, um 18.00 Uhr im Quaet-Faslem-Haus spricht. Hier stehen die Ergebnisse der Untersuchungen des eisenzeitlichen Gräberfeldes in Leese im Vordergrund. Die ersten Bestattungen auf dem Gelände einer Gärtnerei im Norden des Dorfes wurden bereits 1924 gefunden, und in den 30er Jahren wurde ein Teil des Friedhofes ausgegraben.
Zwischen 1978 und 1980 führten Bauarbeiten zu weiteren Untersuchungen, bei denen auf einer Fläche von über 16.500 m² mehr als 1000 Bestattungen freigelegt wurden. Leese gilt als das größte bekannte Gräberfeld im Wesergebiet. Ein kleiner Fundkomplex mit Metallobjekten, der 2011 in einer Baugrube entdeckt wurde, wird ebenfalls diskutiert. Der Eintritt zu diesem Vortrag ist frei, und die Ergebnisse der neuesten Forschungen werden präsentiert, wie Museum Nienburg berichtet.