
In Krefeld hat am heutigen Tage eine bedeutende Forschungsbohrung begonnen, die als Teil des Landesprogramms „Masterplan Geothermie NRW“ ins Leben gerufen wurde. Der Geologische Dienst beschreibt den neuen Bohrturm im Stadtteil Kempener Feld als ein Wahrzeichen. Der Turm hat eine Höhe von 17 Metern und ein Gewicht von 28 Tonnen. Ein Kran hebt große, zusammensetzbare Bohrer zur Konstruktion des Turmes, während die Bohrarbeiten sowohl tagsüber als auch nachts durchgeführt werden.
Um die Nachbarschaft vor Lärmbelästigungen zu schützen, wurden Lärmschutzwände installiert. Ziel der Bohrungen ist es, bis zum Kohlenkalk zu gelangen, einer Gesteinsschicht, die vor etwa 363 bis 340 Millionen Jahren entstand. Damals war Krefeld Teil eines flachen, warmen Schelfmeeres, was die Region für die Geothermie interessant macht, da Kalkstein in der Lage ist, Spalten und Hohlräume auszubilden.
Details zur Bohrung
Die gesuchte Gesteinsschicht könnte in Krefeld in Tiefen zwischen 400 und 700 Metern liegen. Die Bohranlage ist in der Lage, bis zu 1.000 Meter tief zu bohren. Die aktuellen Forschungsbohrungen sind die tiefsten, die der Geologische Dienst NRW bisher durchgeführt hat. Die Arbeiten sollen bis zu acht Wochen andauern, im Anschluss werden die Ergebnisse ausgewertet. Nach Abschluss der Bohrungen wird das Bohrloch wieder verfüllt.
Die Forschungsbohrung in Krefeld zielt darauf ab, den Kohlenkalk, eine potenziell wasserführende Gesteinsschicht aus Kalkgesteinen, besser zu erkunden. Seismische Messungen aus dem Herbst 2022 zeigen, dass der Kohlenkalk nach Nordosten in die Tiefe abtaucht. Die Kalksteine am Bohrpunkt liegen schätzungsweise zwischen 400 und 725 Metern tief. Die Bohrung wird bis zu einer maximalen Tiefe von 1.000 Metern angesetzt und endet mit dem Auffinden von Sandsteinen der Oberdevon-Zeit.
Durch diese Bohrung erhofften sich die Verantwortlichen wertvolle Informationen über den Untergrundaufbau der Region, die auch auf umliegende Gebiete übertragen werden können, wie [geowaerme.nrw] (https://geowaerme.nrw.de/forschungsbohrung-krefeld) berichtete. Eine tatsächliche Erdwärmegewinnung wäre der nächste Schritt, nachdem die aktuellen Forschungsbohrungen abgeschlossen sind.