
Die Kommune Lichtenau in Nordrhein-Westfalen hat ihre Bestrebungen zur Nutzung erneuerbarer Energien weiter vorangetrieben und bezeichnet sich offiziell als Energiestadt. Diese Initiative zeigt sich unter anderem durch den Betrieb von 187 Windrädern, die jährlich etwa 900 Gigawattstunden Strom erzeugen. Darüber hinaus sind in der Region 1200 Solaranlagen installiert, die zusätzlich 25 Megawattstunden Strom beitragen. Ebenso gibt es vier Biogasanlagen, die gemeinsam rund vier Megawattstunden Strom erzeugen, wie das Westfalen-Blatt berichtet.
Diese Maßnahmen verdeutlichen das Fortschreiten der Energiestrategie der Kommune. Der Ausbau der erneuerbaren Energien umfasst neben Wind- und Solarenergie auch die Nutzung von Biogas, das durch die Vergärung von Biomasse wie Gülle, Festmist und Energiepflanzen entsteht. Biogas gilt als besonders effizient, da es bei der gleichzeitigen Strom- und Wärmeerzeugung zahlreiche Vorteile bietet.
Biomasse und ihre Nutzung
Die Rolle von Biomasse in der Energieerzeugung wurde auch in einer weiteren Analyse thematisiert. Biomasse kann sowohl zur Stromerzeugung als auch zur Wärmeversorgung und als Treibstoff eingesetzt werden. Ihr Wirkungsgrad variiert dabei je nach Pflanzenart, mit Pflanzen wie Mais und Zuckerrohr, die Wirkungsgrade von 2 bis 5 Prozent erreichen. In Deutschland belief sich die installierte Leistung im Jahr 2020 auf 8,54 Gigawatt, während die gesamte Energieerzeugung bei 47,15 Terawattstunden lag. Der Anteil der Stromerzeugung aus Biomasse betrug zu diesem Zeitpunkt 9,7 Prozent.
Im Hinblick auf die zukünftige Entwicklung ist ein Ausbauziel von 8,4 Gigawatt bis 2030 vorgesehen. Allerdings wird die Biomasse-Expansion kritisch betrachtet, da gezielter Anbau Flächen für den Nahrungsmittelanbau beansprucht. Monokulturen zur Biogasgewinnung sind weniger sinnvoll, weshalb alternative Ansätze wie Kleegras als Zwischenfrucht für den Bodenschutz und die Biodiversität empfohlen werden.