Rhein-Erft-Kreis

Bürokratie-Chaos: Händler in Frechen fürchten um ihre Existenz!

In Frechen sorgt die zunehmende Bürokratie für Besorgnis unter Einzelhändlern. Niklas Geuer, der in fünfter Generation den Familienbetrieb EP:Geuer mit 17 Mitarbeitern führt, kritisiert den wachsenden Aufwand durch neue Vorschriften, die seine tägliche Arbeit erheblich erschweren. Kürzlich erhielt Geuer unangekündigten Besuch vom Kreisgesundheitsamt, bei dem verschiedene Produkte überprüft wurden. Dabei wurden Mängel an Reinigungsmitteln festgestellt, darunter fehlende Kindersicherungen, was weitere Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

Für jedes Produkt muss Geuer ein umfangreiches, 17-seitiges Dokument vorlegen, das nicht einmal im Miele-Onlineshop verfügbar ist. Zudem beschreibt er die hohen Kosten der Inspektionen, die zwischen 25 und 3000 Euro liegen. Ab Juli 2024 wird eine neue Anzeigepflicht beim Kreisveterinäramt für Lebensmittelbedarfsgegenstände in Kraft treten. Geuer muss darin unter anderem auflisten, wie viele Kunststoff-Butterdosen in seinen Kühlschränken vorhanden sind und wie viele Wasserkocher sowie Toaster er verkauft. Die Kreisverwaltung hat diese Meldepflicht bestätigt, und es ist bekannt, dass zahlreiche Betriebe bereits ihren Verpflichtungen nachgekommen sind. Wer hierbei versäumt, die Vorgaben zu erfüllen, muss mit Bußgeldern rechnen.

Bürokratie belastet den Einzelhandel

Geuer steht nicht allein da mit seiner Kritik. Jörg Hamel, Geschäftsführer des Handelsverbands NRW Aachen-Düren-Köln, unterstützt ihn und fordert den Abbau überflüssiger Bürokratie. Hamel betont, dass eine wirksame Produktkontrolle wichtig sei, um Verbraucher zu schützen und fairen Wettbewerb aufrechtzuerhalten. Die häufigsten Verstöße bei den Inspektionen betreffen Kennzeichnungsmängel von Produkten, was die Sorge um die Zukunft der Branche verstärkt. Die sinkende Zahl von Neugründungen im Einzelhandel gibt Geuer ebenfalls zu denken.

Die Umfrage beleuchtet auch die hohen bürokratischen Belastungen in verschiedenen Bereichen. So berichten 77 Prozent der Unternehmen von Belastungen im Personalwesen, während 69 Prozent die Steuergesetzgebung als herausfordernd empfinden. Der Datenschutz ist für 73 Prozent ein Problem, und 61 Prozent fühlen sich durch arbeitsrechtliche Anforderungen interessiert. Ein Aufruf zur Entbürokratisierung wird laut, wobei Vorschläge zur Flexibilisierung der Arbeitszeit und zur Vereinfachung der Arbeitszeitdokumentation in den Raum gestellt werden.

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