Saarland

Klinik Völklingen: Nachtdienste jetzt mit zwei Pflegekräften!

Die SHG-Klinik in Völklingen sieht sich kritischen Vorwürfen bezüglich der Arbeitsbedingungen in ihrem Haus gegenüber. In der Reaktion auf eine Petition, die von einer Pflegekraft initiiert wurde und knapp 500 Unterschriften erreichte, wies die Klinikdirektion alle Anschuldigungen über einen angeblichen Personalmangel zurück. Verwaltungsdirektor Oliver Adolph erklärte, dass die Zahl der angestellten Pflegekräfte sogar erhöht worden sei, und betonte, dass es zwar einige Entlassungen gegeben habe, jedoch kein massiver Abgang von Arbeitskräften festzustellen sei. Geschäftsführer Bernd Mege widersprach der Behauptung, dass aufgrund des Personalmangels gefährliche Pflegeprozesse stattgefunden hätten.

In der Petition wird besonders die Unzufriedenheit im Bereich der Intensivmedizin angesprochen. Hier wurden zwei Stationen zusammengelegt, was die Situation zusätzlich verschärfte. Pflegedirektorin Sabine Keller stellte klar, dass es Einarbeitungskonzepte für neue Mitarbeiter gebe. Dennoch könnte die Sichtweise des Betriebsrats, der eine Verschärfung der Situation beschreibt, in der Realität näher an den Gegebenheiten sein. Adolph meint, die derzeitigen Umstrukturierungen seien notwendig, um die Überlebenschancen der Klinik zu sichern. Das finanzielle Defizit konnte von rund neun Millionen Euro auf fünf Millionen Euro halbiert werden, was möglicherweise einen Fortschritt darstellt. Geschäftsführer Mege gab jedoch zu, dass nicht alle Mitarbeiter in den Umstrukturierungsprozess einbezogen wurden. Die stellvertretende ärztliche Direktorin Jennifer Kennel sprach sich für einen konstruktiven Dialog zur Verbesserung des Arbeitsklimas aus.

Neuer Meilenstein in der Pflege

Die SHG-Kliniken in Völklingen haben zudem einen bedeutsamen Schritt zur Entlastung des Pflegepersonals unternommen: Sie sind das erste Krankenhaus in Deutschland, in dem Pflegekräfte nachts nicht mehr allein arbeiten. Diese Maßnahme resultiert aus einer Vereinbarung, die zwischen der Saarland Heilstätten GmbH (SHG) und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) unterzeichnet wurde. Bei der Unterzeichnung dieser Vereinbarung waren unter anderem SHG-Geschäftsführer Bernd Mege sowie Vertreter von Verdi anwesend.

Diese neue Regelung sorgt dafür, dass künftig mindestens zwei Pflegekräfte nachts auf Station arbeiten werden. Während in nahezu allen Stationen diese Maßnahme bereits implementiert ist, soll die Nachpersonalisierung auf einer einzelnen Station schnellstmöglich erfolgen. Dies wird als bedeutende Verbesserung für die Patientenversorgung und als Entlastung für die Beschäftigten betrachtet. Auf diese Weise verfolgt die Klinik gemeinsam mit Verdi das Ziel, die Arbeitsbedingungen im Pflegesektor zu optimieren und die Sicherheit für Patienten zu erhöhen.

Verdi äußerte sich zu den bisherigen Bedingungen, nach denen in Deutschland fast zwei Drittel der Pflegekräfte nachts allein auf Station arbeiten müssten. In diesen Fällen betreuen die Pflegekräfte im Durchschnitt 26 Patienten, und auf jeder sechsten Station sind es mehr als 30. Diese Umstände hätten in der Vergangenheit zu gefährlichen Situationen geführt, die mit mehr Personal hätten vermieden werden können. Berichte von Verdi belegen, dass 60 Prozent der Befragten in einem Nachtdienstcheck gefährliche Situationen in den letzten vier Wochen erlebten. SHG-Geschäftsführer Alfons Vogtel betonte die Dringlichkeit einer angemessenen Finanzierung der gewünschten Maßnahmen, um die Qualität der Pflege in der Klinik langfristig zu sichern.