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Der Ausbau der Windkraft in Baden-Württemberg entwickelt sich langsamer als erwartet, was auf eine Reihe von Herausforderungen zurückzuführen ist. Eine aktuelle Studie des Freiburger Öko-Instituts hat die Problematik erörtert und zeigt auf, dass das Bundesland mit nur 776 Windkraftanlagen am unteren Ende der Bundesländerstatistik steht. Mit gerade einmal 3% der installierten Windkraftleistung in Deutschland hat Baden-Württemberg im Verhältnis zu seiner Fläche, die 10% des gesamten Bundesgebiets ausmacht, eine unterdurchschnittliche Entwicklung.
Zu den Hauptgründen für diese schleppende Entwicklung zählen die schwierige Topografie, hohe Kosten sowie der Mangel an geeigneten Flächen. Besonders die Verfügbarkeit geeigneter Flächen stellt ein zentrales Problem dar. Flächenversteigerungen führen dazu, dass viele Akteure nicht an Auktionen teilnehmen können, da die Preise zu hoch sind. Zudem haben herausfordernde geografische Gegebenheiten zu höheren Stromgestehungskosten geführt. Windkraftanlagen sind auf die Förderung durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) angewiesen, um eine wirtschaftliche Vermarktung zu ermöglichen, da Power-Purchase-Agreements (PPAs) aufgrund hoher Erzeugungskosten oft keine Option darstellen. Unternehmen finden günstigere Strompreise an der Börse.
Herausforderungen und Empfehlungen
Die Probleme werden zudem durch hohe Fremdkapitalanteile verstärkt, die Projekte empfindlich auf Kreditzinsen reagieren lassen. Ein weiterer kritischer Aspekt sind die Schwierigkeiten beim Netzanschluss. In höheren Lagen sind die Netze häufig nicht ausreichend stark, was zu hohen Kosten bei der Anbindung und Ertüchtigung führt, insbesondere aufgrund großer Entfernungen zu bestehenden Netzanschlusspunkten. Auch eine zu strenge Berücksichtigung des Arten- und Naturschutzes, wie das Auerhuhn, verzögert Genehmigungsverfahren. Grundwasserschutzbelange und eine fehlende gesellschaftliche Akzeptanz tragen zusätzlich zu Verzögerungen bei.
Um die Klimaschutzziele zu erreichen, ist es notwendig, den Windkraftausbau von derzeit 80 MW auf 400-650 MW jährlich zu steigern. Dies würde die Inbetriebnahme von mindestens 100 Windkraftanlagen pro Jahr erfordern, wobei die bestehenden Rahmenbedingungen diese Steigerung erheblich erschweren. In diesem Zusammenhang empfiehlt das Öko-Institut, das Referenzertragsmodell für windschwächere Standorte anzupassen, um höhere Einspeisevergütungen zu ermöglichen.
In einer weiteren Initiative zur Förderung der Windkraft bietet die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg in einem öffentlichen Daten- und Kartendienst umfassende Informationen zum Windenergieausbau an. Ein zugängliches Dashboard содержит aktuelle Diagramme über vorhandene und geplante Windenergieanlagen und gibt Auskunft über genehmigte sowie in Betrieb befindliche Anlagendaten. Für interessierte Bürger stehen auch Informationen zu in Planung befindlichen Windenergieprojekten sowie eine Kartenansicht zur Verfügung, die detaillierte Informationen zu den Standorten der Windkraftanlagen liefert. Darüber hinaus wird die Broschüre „Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2023“ angeboten, die als PDF verfügbar ist und eine jährliche Aktualisierung durch das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung beinhaltet.