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Windkraft-Offensive im Allgäu: Neue Standorte und Widerstand!

In der aktuellen Diskussion um den Ausbau der Windkraft im Allgäu fordert der Bund Naturschutz einen konkreten Fortschritt bei der Ausweisung von Vorranggebieten für Windenergie. Aktuell wird in der Planungsregion ein Verfahren durchgeführt, das sich insbesondere auf geeignete Gebiete im Ostallgäu konzentriert. Laut dem Bund Naturschutz gibt es eine hohe Konzentration von vorgeschlagenen Vorranggebieten im mittleren und nördlichen Teil des Ostallgäus.

Darüber hinaus wird ein Aufruf zur Prüfung zusätzlicher Standorte in anderen Teilen der Region unterbreitet. Allerdings begegnet man in mehreren Ostallgäuer Gemeinden, wie Markt Unterthingau und Kaltenbach, einem Widerstand gegen die geplanten Windkraftprojekte. Auch der Gemeinderat von Missen im Oberallgäu hat sich gegen Windkraft-Vorranggebiete ausgesprochen.

Potenzial und Herausforderungen für Windkraft im Allgäu

Um die angesprochenen Widerstände zu adressieren, schlägt der Bund Naturschutz vor, den Abstand zwischen Windrädern und Straßen im Allgäu zu verringern. Potenziale für den Windkraftausbau sieht der Bund entlang der B12 sowie in weiteren Gebieten. Im Landkreis Lindau wurden bislang lediglich zwei Standorte vorgeschlagen; das Interesse an weiteren Standorten wird eruiert.

Bei der Suche nach neuen Standorten muss der Natur- und Artenschutz die oberste Priorität genießen. Die Ausweisung von Offenlandstandorten wird als weniger problematisch im Vergleich zu Waldstandorten erachtet, während FFH-Gebiete und Moore vollständig ausgeschlossen sind. Mit dem Ziel, die bayerischen Klimaziele bis 2027 zu erreichen, sollen 1,1 Prozent der Flächen für Windenergie zur Verfügung stehen; bayernweit sollen bis 2032 sogar 1,8 Prozent realisiert werden.

Die Windenergie ist ein wesentlicher Bestandteil zur Minderung von CO2-Emissionen. Dies wird unterstrichen durch den Vorsitzenden der BN-Kreisgruppe Ostallgäu-Kaufbeuren, Josef Kreuzer, der die bedeutende Rolle von Wind- und Sonnenenergie für den Klimaschutz betont. Zudem wird darauf hingewiesen, dass diese beiden erneuerbaren Energiequellen geringere negative Umweltauswirkungen im Vergleich zu Wasserkraft und Biomasse haben.

Die Verantwortung für die Umsetzung dieser Flächenziele liegt in Bayern bei 18 regionalen Planungsverbänden. Martin Simon, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Kempten-Oberallgäu, forderte unermüdlich einen beschleunigten Ausbau der Windenergie in Bayern. Auch die Möglichkeit eines Modells mit Bürgerbeteiligung wird angeregt, ähnlich wie in Wildpoldsried.

Das gesamte Vorhaben wird als integrativer Bestandteil der bayerischen Erneuerbaren-Energien-Strategie betrachtet, wie Allgäuer Zeitung berichtete. Weitere Informationen führten dazu, dass Bund Naturschutz auch in Zukunft die Erzeugung von erneuerbarem Strom als entscheidend für die Erreichung der Klimaziele sieht.