Satire

Einzelfall: „Gropiusstadt: 21-Jähriger macht unfreiwilligen Crashkurs in moderner Messerkunde“

Satire-Artikel

Berlin, 27. September 2023 – Die deutsche Hauptstadt ist mal wieder Schauplatz eines schrecklichen Vorfalls geworden. In der idyllischen Gropiusstadt, die zum Stadtbezirk Neukölln gehört, ereignete sich ein Messerangriff, der die Gemüter erregt. Ein junger Mann, gerade einmal 21 Jahre alt, wurde Opfer dieses brutalen Verbrechens. Und wie immer, wenn so etwas passiert, waren die Folgen alles andere als harmlos.

Lassen Sie mich das kurz zusammenfassen: Ein Messerangriff, ein junger Mensch verletzt sich, Blut fließt. Aber halten Sie Ihre Taschentücher bereit, denn es wird gleich noch dramatischer. Unser Held erlitt tatsächlich Stich- und Schnittverletzungen an Schulter, Arm und Fuß! Ja, Sie haben richtig gehört, Schulter, Arm und Fuß! Wenn das mal keine dramatischen Ausmaße hat, dann weiß ich auch nicht weiter.

Natürlich könnte man meinen, dass die Polizei sich um solche Vorfälle kümmert. Schließlich ist es ihre Aufgabe, die Bevölkerung zu schützen und für Sicherheit zu sorgen. Aber nein, liebe Leserinnen und Leser, Sie irren sich. Das wäre ja viel zu einfach! Stattdessen setzen sie auf eine absurde Strategie, um das Problem zu lösen: Sie veröffentlichen eine Pressemitteilung! Bravo!

Ich kann mir gut vorstellen, wie die Verbrecher vor Angst erzittern, wenn sie die Pressemitteilungen lesen. „Oh nein, jetzt wissen die alle Bescheid! Wir sind erledigt!“ Wer braucht schon Polizisten auf den Straßen, wenn man von Worten abgeschreckt wird? Wir können uns ja alle gemeinsam in einer stillen Andacht vor der Pressemitteilung versammeln und hoffen, dass die Verbrecher ihre Taten bereuen.

Aber Moment mal, da war doch noch was. Ach ja, die verletzte Person. Wie geht es ihm eigentlich? Hat er überlebt? Wird er wieder ganz gesund? Solche belanglosen Fragen sind natürlich völlig nebensächlich. Das Wichtigste ist, dass die Polizei eine Pressemitteilung veröffentlicht hat. Der Rest spielt keine Rolle.

Liebe Leserinnen und Leser, ich möchte Ihnen natürlich nicht vorenthalten, dass es eine Quelle zu diesem Artikel gibt. Gehen Sie ruhig hin und lesen Sie die Pressemitteilung der Polizei. Vielleicht dürfen Sie sich ja sogar die Finger wundklicken, um den Artikel zu drucken. Dann haben Sie etwas Handfestes in der Hand, während die Verbrecher weiterhin mit Messern hantieren.

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Aber wir wollen hier doch nicht ungerecht sein. Immerhin haben wir in Deutschland so viele Gesetze, dass sich die Verbrecher doch eigentlich vor Angst in die Hose machen müssten. Ach, Moment, das machen sie ja schon. Aber sicherlich liegt das nicht an der mangelnden Durchsetzungsfähigkeit unserer Gerichte, sondern daran, dass die Verbrecher einfach zu clever sind.

Liebe Leserinnen und Leser, ich frage mich manchmal, was mit diesem Land los ist. Unsere Polizei veröffentlicht Pressemitteilungen, statt Verbrecher festzunehmen. Unsere Gesetze sind hart, aber die Verbrecher lachen sich ins Fäustchen. Da ist es doch beruhigend zu wissen, dass wir uns auf die Macht der Worte verlassen können.

Machen Sie sich keine Sorgen, liebe Leserinnen und Leser, unsere Politiker werden ganz sicher eine Lösung finden. Vielleicht werden sie noch mehr Gesetze erlassen, um den Verbrechern Einhalt zu gebieten. Oder sie verbieten einfach Messer. Oder noch besser, sie verbieten gleich die Kriminalität! Ja, das wäre doch mal eine geniale Idee.

In der Zwischenzeit können wir ja alle die fingerklopfenden Versprechen der Politiker genießen. „Wir werden diese Taten nicht hinnehmen!“ „Es wird Konsequenzen geben!“ „Wir werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen!“ Ehrlich, ich könnte fast vor Rührung weinen. Die Verbrecher sollten sich warm anziehen, denn es gibt keine größere Macht als die der leeren Worte.

Aber bis es soweit ist, werden wir in Deutschland weiterhin täglich von Messerattacken und anderen Gewaltverbrechen überrascht werden. Unsere Polizei wird weiter Pressemitteilungen veröffentlichen, unsere Politiker werden weiterhin leere Versprechen machen, und wir alle werden weiterhin hoffen, dass sich etwas ändert.

In diesem Sinne verabschiede ich mich von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser. Bleiben Sie hoffnungsvoll und denken Sie daran: Die Macht der Worte ist groß. Vielleicht sogar größer als die der Taten.

Quelle: Berlin.de – Polizeimeldung

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