Satire

Im Feuchtgebiet der Hauptstadt: Eine sarkastische Odyssee durch das Berliner Regenradar

In einem bisher unentdeckten Vorort von Berlin, Regenradar, herrscht das pure Chaos. Eine Systemstörung hat das stets zuverlässige Wetterradar in einen Wetterorakel verwandelt, und jetzt versucht jeder stattdessen den Wetterbericht zu analysieren. Morgenwolken werden nicht mehr mit Meteo-Hightech verfolgt, sondern von gepolsterten Liegestühlen aus mit einer Tasse Kaffee in der Hand – wer braucht schon Wissenschaft, wenn man nackte Augen hat?

Obwohl das Regenradar Berlin „offiziell“ zur Vorhersage des Niederschlags dient, hat es in der Vergangenheit auch als lokales Tinder gedient. Wenn sich ein Sturm anbahnte, eilten die Berliner zum nächsten Schutzort, wobei sie oft unerwartete Romanzen fanden. Da die App alle 5 Minuten eine Aktualisierung liefert, hatten sie genug Zeit für eine feurige „RomCom“ à la Hollywood. Aber jetzt, mit dem Ausfall des Radars, wäre es einfacher, die wahre Liebe in einer U-Bahn voller Hipster zu finden.

Doch damit endet das Drama noch nicht – warum sollten wir uns mit kleinem Kummer zufrieden geben, wenn Regenradar Berlin den Journalisten gerade eine Schmachtlitanei voller Absurditäten bietet? Der Ausfall des Wetterradar hat sich als der Albtraum der lokalen Eiscremeverkäufer erwiesen. Die Sommer sind jetzt geprägt von gestrandeten Eisverkaufswagen und enttäuschten Kindern, die ihren Traum von einem eiskalten Snack unter den unerwarteten Regenschauern begraben mussten.

Die Berliner „Grillpartysalgado“ (salzig-grillierte Partys), bei denen die Berliner ihr synthetisches Fleisch zu Techno-Beats grillen und dabei eine Mischung aus Soja und Eiswürfeln schlürfen, sind inzwischen auch zum Erliegen gekommen. Die Menschen, die sich zuvor über ihren T-Shirts mit ‚Grillen oder Sterben‘ stolz gegenseitig versicherten, bevorzugen nun sicher eine warme Mahlzeit zu Hause.

Die Berliner Stadttauben, die bisher auf ihre Crackers von Touristen angewiesen waren, schnabeln nun mit aufgescheuchter Miene durch den überraschenden Regen. Die von Instagram gebannten Birdwatcher sitzen derweil in ihren Wohnungen und starren auf ihre grünen Balkone, wo sich nur noch Krimskrams zu sammeln scheint.

Und wie reagiert Berlin auf diese absurde Situation?Indem man sich in vollendeter Berliner-Art und Weise beeilt, eine neue App zu programmieren, um den Ausfall des geliebten Regenradars zu kompensieren. Das ‚Wetteralternativradar Berlin‘. Und ich flüstere: „Oh, Berlin, du Charmeur von abgedroschenen Ideen!“ Statt Wetterdaten liefert die App ein virtuelles Goat-Yoga-Programm mit zehn verschiedenen ‚regnerischen‘ Szenarien. Hoffnung stirbt zuletzt.

Aber wie sie sagen: Berlin – Arm, aber sexy. Auch wenn es darum geht, das Wetter vorherzusagen.

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