Wirtschaft

Trumps neue Zölle: Norddeutschland in großer wirtschaftlicher Sorge

US-Präsident Donald Trump hat neue Zölle auf Importe aus der EU angekündigt, was in Norddeutschland Besorgnis auslöst. Experten fürchten erhebliche Auswirkungen auf Unternehmen, die in die USA exportieren. Der Hamburger Hafen hat die USA als zweitwichtigsten Handelspartner, mit einem Exportwert in den ersten neun Monaten des vergangenen Jahres von knapp 8 Milliarden Euro. Auch China exportierte in diesem Zeitraum Waren im Wert von 6,5 Milliarden Euro in die USA. Airbus liefert zahlreiche Maschinen und Teile aus Finkenwerder in die USA.

Malte Heyne, Hauptgeschäftsführer der Handelskammer Hamburg, betont die Notwendigkeit eines verlässlichen Handels und fordert die EU auf, sich zu wehren und wettbewerbsfähiger zu werden. Hapag-Lloyd äußerte Besorgnis über die neuen Zölle und deren Folgen für Ladungsströme, Nachfrage und Kosten. Die IHK Nord kritisierte die Zölle als falsches Signal für die transatlantischen Beziehungen und forderte weniger Bürokratie sowie mehr Innovation. In Niedersachsen äußern Verbände ähnliche Bedenken; die IHK Hannover spricht von schmerzhaften Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Auswirkungen auf die Automobilindustrie

Die USA sind für Niedersachsen mit einem Exportvolumen von 7,3 Milliarden Euro im Jahr 2024 einer der drei wichtigsten Handelspartner. Die IG Metall warnt vor negativen Folgen für die Automobilindustrie und den Maschinenbau in Niedersachsen. Volkswagen plant, die neuen Autozölle von 25 Prozent in den US-Autohäusern auszuweisen und hat den Transport von Autos per Schiff in die USA vorübergehend gestoppt. Fahrzeuge, die bereits vor Inkrafttreten der Zölle importiert wurden, sind nicht betroffen. Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer erwartet jedoch keine sofortige Preiserhöhung in den US-Autohäusern aufgrund bestehender Fahrzeugbestände.

Die Verkaufszahlen deutscher Autobauer in den USA zeigen bereits Vorzieheffekte. So berichtete Tagesschau, dass Volkswagen im ersten Quartal 2025 seine Verkäufe um 7,1 Prozent auf 87.915 Fahrzeuge steigern konnte, insbesondere durch Modelle wie den SUV Taos und das Elektroauto ID.4. BMW verzeichnete einen Verkaufsanstieg von 3,7 Prozent auf 87.615 Autos. Auch Audi und andere Hersteller erleben unterschiedliche Verkaufszahlen; dennoch bleibt die Unsicherheit bezüglich der zukünftigen Preisentwicklung aufgrund der angedrohten höheren Zölle.

Ursula von der Leyen, EU-Kommissionspräsidentin, bezeichnete die Zölle als schweren Schlag für die Weltwirtschaft. Trump kündigte an, zusätzlich Zölle von 10 bis 49 Prozent auf verschiedene Handelspartner zu erheben, wobei EU-Importe mit 20 Prozent belegt werden sollen. Europa-Politikerin Anna Cavazzini kritisierte die Zölle als „Wahnsinn“ und fordert Maßnahmen von der EU.