
Die Stadt Emmendingen hat jüngst einen sechsstelligen Betrag an elf Betreiber von Wasserkraftwerken überwiesen. Grund für diese Zahlung sind erhebliche Einnahmeausfälle, die durch Bauarbeiten an einer Brücke verursacht wurden. Diese Baumaßnahmen führten dazu, dass weniger Energie aus dem Mühlbach-Kanal gewonnen werden konnte, was sich deutlich auf die wirtschaftliche Situation der betroffenen Betreiber auswirkte. Die Entscheidung zur Entschädigung wurde in der Sitzung des Hauptausschusses am Donnerstag, 13. Februar, besprochen, wie die Badische Zeitung berichtete.
In einem anderen Zusammenhang, der die Wasserkraft in der Region betrifft, traf sich der Landtagsabgeordnete Alexander Schoch mit Oskar Kreuz und Erhard Schulz, beides Betreiber von Wasserkraftanlagen im Landkreis Emmendingen. Gegenstand dieses Treffens waren die Bestrebungen der Bundesregierung zur Novellierung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). In diesem Zusammenhang ist eine geplante Streichung der Vergütung für den Neubau und die Ertüchtigung von Wasserkraftanlagen bis 500 kW im Gespräch. Darüber hinaus soll die EEG-Förderung für neue Wasserkraftanlagen, die ab dem 1. Januar 2023 in Betrieb genommen werden, ebenfalls entfallen. So wird auch die Förderung bei Leistungserhöhungen bis 500 kW für Bestandsanlagen ab dem gleichen Datum nicht mehr gewährt, wie RegioTrends berichtete.
Wasserkraft in der Region
Wasserkraft gilt als ein wichtiger Bestandteil der Energiewende und trägt zur sicheren sowie nachhaltigen Stromversorgung bei. Im Landkreis Emmendingen existieren rund 30 Wasserkraftanlagen, von denen zwölf allein am Mühlbach zwischen 2 und 3 Millionen kWh Strom produzieren, was für mehr als 700 Haushalte ausreicht. Ein Beispiel hierfür ist eine Anlage an der ehemaligen Ramie in Emmendingen, die eine Leistung von 110 kW hat und jährlich 600.000 kWh erzeugt. Es wird angemerkt, dass kleine Wasserkraftanlagen in Deutschland, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, von erheblichem Nutzen sind. In Baden-Württemberg gibt es ungefähr 1.700 Wasserkraftanlagen, die insgesamt rund 881 MW erzeugen und circa 4,5 TWh Strom versorgen.