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Jugend fordert mehr: Warnstreik der Auszubildenden in Esslingen!

Am Mittwoch, den 26. Februar, ruft die Gewerkschaft Verdi zu einem Warnstreik für Auszubildende und Nachwuchskräfte im öffentlichen Dienst auf. Der Warnstreik zielt darauf ab, höhere Ausbildungsvergütungen zu fordern und umfasst die Teilnahme von Auszubildenden aus Kliniken, Sparkassen und Energiebetrieben.

Rund 200 Nachwuchskräfte aus der Region, darunter Mitarbeiter der Ostalb-Kliniken in Mutlangen, Aalen und Ellwangen, der Kreissparkasse Ostalb, der Stadtwerke Ulm sowie der Behinderteneinrichtung Tannenhof in Ulm, haben sich zur Teilnahme an der Aktion in Esslingen angemeldet. Maria Winkler, Geschäftsführerin des ver.di Bezirk Ulm-Oberschwaben, hebt hervor, wie wichtig es ist, den öffentlichen Dienst für junge Menschen attraktiv zu gestalten.

Forderungen und weitere Details zum Warnstreik

Die zentralen Forderungen der Streikenden umfassen höhere Ausbildungsvergütungen, die unbefristete Übernahme im erlernten Beruf und generell attraktivere Arbeitsbedingungen. Zudem gibt es organisierte Busabfahrten zu den Aktionen, unter anderem um 7 Uhr von der Virngrundklinik in Ellwangen, um 7:30 Uhr vom Klinikum Aalen und um 8:30 Uhr vom Stauferklinikum in Mutlangen.

Verdi hat in der laufenden Tarifrunde für 2,5 Millionen Beschäftigte bei Bund und Kommunen eine Erhöhung der Entgelte um 8 Prozent oder mindestens 350 Euro monatlich gefordert. Für Auszubildende ist eine Erhöhung von 200 Euro vorgesehen. Darüber hinaus wird die Einführung eines „Meine-Zeit-Kontos“ für flexible Arbeitszeitgestaltung gefordert. In der zweiten Verhandlungsrunde legten die öffentlichen Arbeitgeber allerdings kein Angebot vor. Die dritte Verhandlungsrunde beginnt am 14. März in Potsdam.

Eine andere Dimension des Warnstreiks wird ebenfalls deutlich: Am 17. und 18. Februar fanden in der zweiten Verhandlungsrunde für den Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V) keine Verhandlungszusagen für Verbesserungen statt. Verdi hatte Beschäftigte und Auszubildende auch für den 20. Februar bundesweit zum Warnstreik aufgerufen, der insbesondere Stadtwerke, Wasserver- und Abwasserentsorgungsbetriebe sowie Müllverbrennungsanlagen betrifft. Christoph Schmitz-Dethlefsen von ver.di betont, dass die Beschäftigten unter einem hohen Druck durch Arbeitsverdichtung und unbesetzte Stellen leiden.

Eine aktuelle Studie aus der Energiebranche zeigt, dass 92 Prozent der Unternehmen Schwierigkeiten haben, freie Stellen zu besetzen, was einen Anstieg von 29 Prozent innerhalb eines Jahres darstellt. Es besteht dringender Handlungsbedarf, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Auch in der Wasser- und Abfallwirtschaft sind die Arbeitsbelastung hoch und der Bedarf an Arbeitskräften erfreulich. Das Ziel des Streiks ist die Schaffung eines attraktiven Tarifvertrags, um die Qualität der Dienstleistungen gesichert und die Beschäftigten zu entlasten. Der Warnstreik wird jedoch zunächst keine direkten Auswirkungen auf die Bürgerinnen und Bürger haben.