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Zum aktuellen Stand der Pegelstände der Ostsee in Mecklenburg-Vorpommern berichtet die Ostsee-Zeitung am 27. Februar 2025. Die Temperaturen der Ostsee werden an verschiedenen Messstationen erfasst, darunter Wismar, Warnemünde, Althagen, Barth, Stralsund, Sassnitz und Greifswald. Die Berichterstattung geht auch auf die Begriffe „Mittleres Niedrigwasser“ (MNW) und „Mittleres Hochwasser“ (MHW) ein. So wurde für Warnemünde ein MNW von 407 cm und ein MHW von 617 cm im Zeitraum vom 1. November 2010 bis zum 31. Oktober 2020 gemessen.
Besonders hervorzuheben ist der höchste Hochwasserstand, der in Warnemünde am 13. November 1872 mit 770 cm gemessen wurde. Der niedrigste Wert von 332 cm stammt vom 18. Oktober 1967. Sturmfluten an der deutschen Ostseeküste werden in vier Klassen eingeteilt: Sturmflut (1,00 – 1,25 m über mittlerem Wasserstand), mittlere Sturmflut (1,25 – 1,50 m), schwere Sturmflut (1,50 – 2,00 m) und sehr schwere Sturmflut (über 2,00 m). Diesbezüglich erfolgt die Warnung bei Hochwasser durch Hochwasserzentralen, Behörden sowie Polizei und Feuerwehr. Die Warnkanäle umfassen unter anderem Radio, Fernsehen, Lautsprecherwagen und digitale Medien.
Aktuelle Schadensbilanz und Risiken
Die letzte schwere Sturmflut im Oktober 2024 hat Schäden in Höhe von 56 Millionen Euro verursacht. Besonders betroffen war die Stadt Sassnitz, die einen Finanzbedarf von etwa 42 Millionen Euro für die Wiederherstellung der Infrastruktur meldete. Zudem sind sechs Millionen Euro für Sandverluste an Stränden und Dünen durch künstliche Aufspülungen veranschlagt.
Zusätzlich berichterstattete das Umweltbundesamt über die allgemeinen Entwicklungen bei Hochwasserständen an den Küsten. Es wird darauf hingewiesen, dass die höchsten Hochwasserstände an sechs Pegeln der Nord- und Ostsee einen zyklischen Verlauf zeigen, wobei extreme Einzelereignisse nicht aus den gleitenden 19-Jahresmittelwerten ablesbar sind. Sturmfluten stellen eine große Naturgefahr dar, insbesondere bei starkem Wind in auflandiger Richtung. Das Risiko bedeutender Überschwemmungen hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Windintensität und der bestehenden technischen Schutzmaßnahmen.
Des Weiteren ist zu beobachten, dass an der Ostsee Sturmfluten durch Windstärke, -richtung und -dauer bedingt sind. Wasserstände ab 1 m über dem mittleren Wasserstand gelten bereits als Sturmflut. Historisch gesehen traten an der Ostsee jedes Jahr leichte Sturmfluten auf, während schwere Sturmfluten seltener sind. Zukünftige Sturmfluten könnten möglicherweise höhere Wasserstände erreichen und mehr Schäden verursachen.