DeutschlandRotenburg (Wümme)

Schock-Mordprozess: Soldat erschoss vier Menschen in Rotenburg!

Ein Bundeswehrsoldat wird im Rahmen eines Prozesses beschuldigt, im März 2024 im Landkreis Rotenburg (Wümme) vier Menschen erschossen zu haben, darunter auch ein dreijähriges Kind. Der Angeklagte beschreibt seine Taten als „rein, suchen, vernichten, fertig“ und fühlt sich dabei wie im Einsatz. Die Taten ereigneten sich in zwei Einfamilienhäusern in Scheeßel und Bothel. Die Opfer sind der 30-jährige neue Partner seiner ehemaligen Ehefrau, dessen 55-jährige Mutter, die 33-jährige Freundin seiner Frau und deren dreijährige Tochter. Laut Angaben des Angeklagten wurde das Kind nicht absichtlich getötet, da er es nicht gesehen habe.

Die Staatsanwaltschaft sowie die Nebenklage fordern eine lebenslange Haftstrafe mit der Feststellung der besonderen Schwere der Schuld, um eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren zu verhindern. Die Hintergründe der Taten sind auf die Besorgnis des Soldaten zurückzuführen, seine Familie und Karriere zu verlieren, da seine Ehe problematisch war und seine Frau einen neuen Partner hatte. Ein Gutachter beschreibt den Soldaten als emotional kalt mit narzisstischen Persönlichkeitszügen, jedoch ohne psychische Erkrankungen. Die Staatsanwältin spricht von abgrundtiefem Hass und vergleicht die Taten mit denen eines „Berufskillers“. Der Soldat verschonte seine schwangere Frau, weil sie die Mutter seiner Kinder ist. Nach den Taten stellte sich der Soldat vor einer Kaserne in Rotenburg (Wümme) und wurde von einem Polizisten als „eiskalter Killer“ beschrieben. Im Gericht zeigte der Angeklagte keine Emotionen und entschuldigte sich nicht bei den Hinterbliebenen. Seine Verteidigerin argumentiert, dass er aufgrund seiner militärischen Ausbildung emotional abgestumpft sei und deshalb kein Mitgefühl zeigen könne, wie Wochenblatt News berichtete.

Alkoholproblem und Raserunfall des Soldaten

Ein weiterer Vorfall, der einen Soldaten betrifft, ereignete sich am 2. August 2020, als Christopher R. (32) aus Eberswalde (Brandenburg) auf der A 20 mit 245 km/h und 2,1 Promille Alkohol in seinem Blut fuhr. Er kollidierte bei Triwalk nahe Wismar mit einem Skoda, der mit 98 bis 116 km/h fuhr. Der Unfall forderte das Leben von Vanessa W. (19) und ihrem Schwiegervater Thomas H. (45), die beide sofort starben. Vanessas Freund Leon (19) überlebte schwer verletzt. Während der Skoda bei dem Unfall völlig zerstört wurde, blieb Christopher R. unverletzt.

Der Prozess um den Unfall, der am Mittwoch vor dem Amtsgericht Wismar begann, wurde jedoch aufgrund der Erkrankung eines Gutachters ausgesetzt. Christopher R. wird von der Staatsanwaltschaft Schwerin wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung, Trunkenheit im Verkehr und Gefährdung des Straßenverkehrs angeklagt. Zum Prozessauftakt schwieg Christopher R., sein Anwalt schloss jedoch eine spätere Stellungnahme nicht aus. Zeugen berichteten von Christopher R.s hohem Alkoholkonsum, der nach Auslandseinsätzen und persönlichen Problemen zugenommen habe. Er war unter anderem am Bundeswehreinsatz in Mali beteiligt. 35 Minuten vor dem Unfall wurde er von zwei Polizisten kontrolliert, die ihn nach einem kurzen Gespräch weiterfahren ließen. Gegen die Polizisten Daniel D. (35) und Norman K. (45) ermittelt die Staatsanwaltschaft Lübeck wegen fahrlässiger Tötung, das Verfahren wurde jedoch eingestellt. Rechtsanwalt Thilo Bals, der Vanessas Familie vertritt, erreichte die Wiederaufnahme des Verfahrens gegen die Polizisten. Eine amtsärztliche Untersuchung soll klären, ob Christopher R. verhandlungsfähig ist; der nächste Verhandlungstag ist am 17. Januar, wie Bild berichtete.