Baden-WürttembergDeutschlandGesundheitUmwelt

Baden-Württemberg gegen Hitze: Kommunen entwickeln innovative Schutzpläne!

In Baden-Württemberg erarbeiten die Kommunen Maßnahmen zur Bekämpfung der Hitzebelastungen aufgrund des Klimawandels. Der Schutz der Gesundheit der Bevölkerung steht dabei im Vordergrund, wie baden-wuerttemberg.de berichtete. Gesundheitsminister Manne Lucha betonte die Notwendigkeit, den Klimawandel ernst zu nehmen und sich den Herausforderungen anzupassen. Laut der Weltgesundheitsorganisation stellt dieser die größte Bedrohung für die Gesundheit dar. Die Klimaanpassungsstrategie des Bundeslandes beschreibt gesundheitliche Auswirkungen und mögliche Gegenmaßnahmen.

Baden-Württemberg sieht sich mit längeren, häufigeren und intensiveren Hitzewellen konfrontiert. Zudem gibt es eine Zunahme der Asiatischen Tigermücke, die durch die aktuellen klimatischen Bedingungen begünstigt wird. Das Landesgesundheitsamt unterstützt die Gesundheitsämter bei den erforderlichen Hitzeschutzmaßnahmen. Um eine breitere Sensibilisierung für das Thema Hitzeschutz zu schaffen, sind digitale Fachtage geplant, die auf den Hitzeaktionstag am 4. Juni ausgerichtet sind.

Gesundheitsrisiken durch die Asiatische Tigermücke

Die Verbreitung der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) in Baden-Württemberg wird durch die milden Winter und höheren Sommertemperaturen begünstigt, wie sozialministerium.baden-wuerttemberg.de berichtete. Diese Mücke hat sich in wärmeren Regionen des Landes, wie dem Oberrheingraben und am Bodensee, etabliert und kann tropische Krankheitserreger wie Dengue- und Chikungunya-Viren übertragen, jedoch nur durch Stiche infizierter Reiserückkehrer. Aktuell sehen Experten das Übertragungsrisiko exotischer Viren als gering an, doch mit dem Klimawandel steigt das Risiko für lokale Übertragungen.

Um der Ausbreitung der Mücke entgegenzuwirken, werden Maßnahmen wie die Bekämpfung von Mückenlarven sowie die Beseitigung von Brutstätten empfohlen. Mücken legen ihre Eier in nahezu allen Arten von Wasseransammlungen ab. Außerdem sollten Reiserückkehrende aus tropischen und subtropischen Gebieten zwei Wochen nach ihrer Rückkehr Schutzmaßnahmen ergreifen, wie das Tragen langärmliger Kleidung und die Anwendung von Mückenschutzmitteln.

Bis Mitte Juli 2023 wurden in 22 von 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg Asiatische Tigermücken nachgewiesen, während in 16 Kreisen bereits etablierte Populationen vorkommen. Im Jahr 2019 wurden 97 laborbestätigte Dengue-Fälle während der Stechmückensaison verzeichnet, und ähnliche Zahlen werden auch für 2023 erwartet.