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Kritik an Klinik-Reform: Bürger zweifeln an Transparenz und Kontrolle!

Im Kreis Calw sorgt die geplante Neustrukturierung der Gesundheitsversorgung für Diskussionen. Der Leser Ewald Prokein aus Ottenbronn äußerte in einem Schreiben scharfe Kritik am Klinikkonzept, das er als gesundheitspolitisches Desaster bezeichnet. Prokein wirft dem Kreistag vor, die Kontrolle über die Finanzen verloren zu haben, was seiner Meinung nach auf eine mangelhafte Überwachung bei Großprojekten durch die Abgeordneten zurückzuführen ist. Die Haushaltsdebatte habe seiner Ansicht nach die finanziellen Probleme des Kreistags offengelegt, wie Schwarzwälder Bote berichtete.

Im Rahmen der geplanten Umstrukturierung hat der Kreistag das Konzept des Klinikverbunds Südwest angenommen, das bereits im November 2023 vorgestellt wurde. Demnach wird Calw Grundversorger bleiben und erhält einen neuen Gesundheitscampus mit 166 Betten. Die Behandlungsschwerpunkte in Calw werden Unfallchirurgie, Orthopädie, Innere und Altersmedizin umfassen. Neurologie soll nach Nagold verlegt werden, sobald die baulichen Voraussetzungen geschaffen sind. Laut den Plänen werden Geburtshilfebereiche von Calw und Herrenberg nach Nagold verlagert, was für das kommende Jahr angedacht ist. Der Standort Nagold soll zudem mit nahezu 300 Betten zum Schwerpunktversorger mit 24-Stunden-Notfallversorgung ausgebaut werden, wie SWR berichtete.

Umstrittene Zukunft der Kliniken

Für den Landrat Helmut Riegger stellt das erarbeitete Konzept eine positive Entwicklung für den Kreis Calw dar. Es zielt darauf ab, die Kreiskliniken fit für die Zukunft zu machen und sie vor einer möglichen Privatisierung zu schützen. Die Umsetzung der Pläne wird innerhalb der nächsten fünf Jahre erwartet. Allerdings kommt es auch zu kritischen Stimmen: Die Bürgerinitiative Gesundheitsversorgung und der Oberbürgermeister Florian Kling äußern Bedenken hinsichtlich der Transparenz und einer unzureichenden Einbindung der Öffentlichkeit. Kling bezeichnete die geplanten Veränderungen als „Hals-Über-Kopf-Politik“.

Trotz der Vorbehalte wehren sich der Klinikverbund und das Landratsamt gegen die Kritik und halten diese für unbegründet. Landrat Riegger verwies auf zahlreiche Sitzungen und öffentliche Informationsveranstaltungen, die dem Bürgerdialog dienten. Die Gesundheitspolitik im Kreis bleibt somit ein kontroverses Thema, das die Bürger weiterhin beschäftigen wird.