Emmendingen

Zollplattform am Rhein: Bürger diskutieren grenzüberschreitende Nutzung!

Der Landkreis Emmendingen und die Region PETR Sélestat Alsace Centrale haben eine neue Initiative gestartet, um die Nutzung der ehemaligen Zollplattform zwischen Sasbach und Marckolsheim zu fördern. Im Rahmen des Projekts „Common Ground-R(h)einverbindlich“ steht die Bürgerbeteiligung im Vordergrund, mit dem Ziel, den Klimaschutz in der Region zu stärken. Diese Plattform, die seit 1995 nicht mehr als Zollstelle genutzt wird, umfasst eine Fläche von über 12.000 Quadratmetern und ist im Besitz der Elsass Collectivité européenne d’Alsace (CeA) sowie der Gemeinde Marckolsheim. Eine Veranstaltung zur Vertiefung von Nutzungsvorschlägen zog 35 Teilnehmende an, wo unter anderem der Landrat Hanno Hurth die Bedeutung der Brücken für die europäische Zusammenarbeit betonte.

Bürgermeister Frédéric Pfliegersdoerffer stellte frühere Studien vor und zeigte sich erfreut über das Interesse an der Umgestaltung der Fläche. Ein Radweg über die Insel wurde im Jahr 2023 angelegt, um den Radverkehr nach Burkheim zu erleichtern. Täglich passieren mehr als 4.000 Fahrzeuge die Brücken und die Zollplattform. Zu den Herausforderungen, mit denen sich die Verantwortlichen konfrontiert sehen, zählen Verschmutzung, Verkehrssicherheit und punktuelle Kontrollen. Der Konsens besteht darüber, dass die Fläche dringend aufgewertet werden muss.

Bürgerbeteiligung und innovative Ideen

Die Projektleiterinnen Blanca Linz von PETR Sélestat Alsace Centrale und Silke Tebel-Haas vom Landkreis Emmendingen leiten die Bürgerbeteiligungsaktivitäten. Bereits 144 Teilnehmer waren online und 67 Teilnehmer nahmen an Offline-Veranstaltungen teil. In Gruppenarbeiten wurden verschiedene Konzepte entwickelt, darunter:

  • Energieerzeugung mit erneuerbaren Energien wie Solar- und Windanlagen.
  • Entsiegelung und Begrünung mit hitzeresistenten Pflanzen sowie einem Baumwipfelpfad.
  • Ein Vorschlag für einen Modulbau für Polizei und Zoll mit Aussichtsplattform und touristischen Informationen.
  • Freizeitangebote wie eine Fahrrad-Servicestation, Spielplatz, Kiosk und Café.

Die Ergebnisse dieser Arbeiten werden zweisprachig zusammengefasst und online veröffentlicht. Ein Abschlussforum wird am 24. Mai in Sasbach stattfinden, bei dem die Ergebnisse an die Politik übergeben werden. Das ultimative Ziel ist es, die europäische Zusammenarbeit in der Grenzregion zu verbessern, die Lebensqualität zu steigern und die Rheinlandschaft zu erhalten.

Zusätzlich wurden im Rahmen des Projekts „R(h)einverbindlich“ verschiedene Bürgerbeteiligungsformate geplant, um das Verständnis für die Herausforderungen des Klimawandels zu fördern. Dies wurde im Rahmen eines Förderprogramms der Robert-Bosch-Stiftung ins Leben gerufen, welches im Herbst 2021 ins Leben gerufen wurde und auch die Teilnahme lokaler Initiativen umfasste, wie Tandem Städte berichtete.