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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat aktuelle Warnungen vor Betrugswebsites im Bereich Kryptowährungen ausgesprochen. Eine besonders kritische Empfehlung betrifft die Website „bitwelt.co“, die Finanz- und Kryptodienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis anbietet. Der Betreiber dieser Seite ist ein anonymes Unternehmen mit Sitz in London, was Nutzer einem hohen Risiko aussetzt, ihr Geld zu verlieren, nachdem sie Überweisungen auf der Plattform getätigt haben. Die BaFin weist darauf hin, dass schnelles Handeln entscheidend ist, um verloren geglaubte Gelder zurückzuholen.
Um Betroffenen zu helfen, zeigt die BaFin verschiedene Möglichkeiten auf, wie sie ihr Geld zurückerlangen können. Dazu zählen:
- Transaktionsrückverfolgung: Hierbei werden Zahlungsvorgänge und Wallet-Transfers analysiert, um Bankverbindungen und Zahlungsdienstleister zu identifizieren. Eine Kontaktaufnahme mit Banken zur Sperrung von Geldern wird empfohlen.
- Rechtliche Schritte: Banken können nach § 675u BGB für eine unzureichende Überprüfung verdächtiger Transaktionen haften. Rückbuchungsmöglichkeiten bestehen bei SEPA-Lastschriften oder Kreditkartenzahlungen, und es können Haftungsansprüche gegen Zahlungsdienstleister geltend gemacht werden.
- Anzeige bei Ermittlungsbehörden: Bei Betrugsverdacht sollte umgehend eine Strafanzeige bei der Polizei und Staatsanwaltschaft erstattet werden. Die BaFin weist auf die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Ermittlungsbehörden wie Interpol und Europol hin.
- Zivilrechtliche Klagen: Es besteht die Möglichkeit, gegen beteiligte Personen oder Unternehmen zu klagen, um Schadensersatz nach § 823 BGB zu fordern. Gerichtliche Verfahren können zur Rückerlangung unrechtmäßig erlangter Gelder eingeleitet werden.
Die BaFin betont, dass schnelles Handeln entscheidend ist, da Betrüger schnell verschwinden können und die Chancen auf Rückholung mit jedem Tag sinken. Rechtsanwälte mit Erfahrung im Krypto-Betrug können hierbei unterstützende Strategien entwickeln.
Betrugsversuch durch gefälschte Webseiten
Zusätzlich zu den Warnungen um „bitwelt.co“ hat die BaFin auch vor der Website „kryptomarktaufsicht.com“ gewarnt. Diese Seite gibt vor, Unterstützung anzubieten, um von Betrug Betroffenen zu helfen. Sie fordert die Nutzer auf, persönliche Daten zu hinterlassen, was ein klarer Betrugsversuch ist. Die BaFin empfiehlt, sich nicht auf dieses Hilfsangebot einzulassen und in keinem Fall Login-Daten, Passwörter, Kreditkartennummern oder Kontoverbindungen preiszugeben.
In den letzten Wochen sind Berichte aufgetaucht, in denen angebliche Mitarbeiter der Seite Verbraucher telefonisch kontaktieren und diese unter Druck setzen. Angesichts dieser Umstände rät die BaFin, solche Kontaktaufforderungen abzulehnen und gegebenenfalls Anzeige bei der Polizei oder Staatsanwaltschaft zu erstatten. Betroffene, die an weiteren Informationen interessiert sind, können sich direkt an die BaFin wenden, wobei ein kostenfreies Verbrauchertelefon unter der Nummer 0800 2 100 500 eingerichtet wurde.