
Die 144. Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) findet in Costa Navarino, Griechenland, statt. Zwischen Mittwoch und Freitag wird hier über wichtige Fragen der Olympischen Bewegung diskutiert, während am Dienstag eine Eröffnungszeremonie im antiken Olympia geplant ist. Ein zentrales Thema der Sitzung ist die Wahl des Nachfolgers oder der Nachfolgerin von Thomas Bach, der bis zum 23. Juni im Amt bleibt.
Thomas Bach, der 2013 in Buenos Aires zum neunten IOC-Präsidenten gewählt wurde, war insgesamt zwölf Jahre in dieser Position. Der gebürtige Würzburger, aufgewachsen in Tauberbischofsheim, gewann 1976 Gold im Fechten und wird als gewiefter Taktiker beschrieben, der seine Erfahrungen aus dem Sport in die IOC-Politik einbrachte. Während seiner Amtszeit hat Bach zahlreiche Herausforderungen gemeistert, darunter den russischen Dopingskandal von 2014 sowie die Covid-19-Pandemie und deren Auswirkungen auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio, die um ein Jahr verschoben wurden.
Politische Verwicklungen und Reformen
Die Amtszeit von Thomas Bach war von unterschiedlichen politischen Verwicklungen geprägt. So zeigte sich Bach 2014 an der Seite von Wladimir Putin während der Olympischen Winterspiele in Sotschi, für die er dem russischen Präsidenten dankte. Die Spiele waren jedoch von hohen Kosten, Umweltzerstörung und Verhaftungen von Oppositionellen überschattet. Trotz der kritischen Lage durften russische Athleten aufgrund milder Entscheidungen des IOC an den Olympischen Spielen, beispielsweise 2016 in Rio, teilnehmen, während russische Sportler auch nach dem Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 weiterhin antreten durften.
Unter Bachs Führung wurde die „Agenda 2020“ initiiert, die Reformvorschläge für die Olympischen Spiele beinhaltete, darunter Kostensenkung und nachhaltigere Praktiken. Kritiker argumentieren, dass diese Reformen, die eine stärkere Einbeziehung der Athleten und eine transparente Vergabe von Olympischen Spielen versprachen, in der Umsetzung mangelhaft waren. Insbesondere Bachs starke Zentralisierung und Kontrolle über strategische Entscheidungen wurden bemängelt.
Sein letzter Auftritt als IOC-Präsident fand Anfang März 2025 in Deutschland statt, wo er an der Vollversammlung des Europäischen Olympischen Komitees in Frankfurt teilnahm. Bach ist überzeugt, dass die Einbeziehung von Athleten aus 206 Nationalen Olympischen Komitees während seiner Amtszeit ein Erfolg war, auch wenn der Umgang des IOC mit Russland und den geopolitischen Spannungen in der Sportwelt von vielen kritisch beobachtet wird, was seine Nachfolge zur Herausforderung machen wird, wie [sportschau.de](https://www.sportschau.de/investigativ/ein-autokrat-tritt-ab-die-aera-thomas-bach,ioc-praesidentschaftswahl-100.html) berichtet. Das IOC steht in der Zukunft vor der Aufgabe, diese Kontroversen zu bewältigen und eine nachhaltige sowie faire Olympische Bewegung zu fördern.