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Arbeitsmarkt Ortenau: Anstieg der Arbeitslosigkeit und neue Herausforderungen

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt im Ortenaukreis bleibt angespannt. Laut einem aktuellen Bericht von Badische Zeitung erwarten die Agentur für Arbeit Offenburg und das Ortenau-Jobcenter keine Entspannung. Theresia Denzer-Urschel, die Chefin der Agentur für Arbeit Offenburg, äußerte sich zu den bestehenden Herausforderungen, die auch von Heiko Faller, dem Sozialdezernenten des Ortenaukreises, und Silvia Kimpel, der Job-Center-Chefin, unterstützt werden. Die Prognose wurde am Dienstag veröffentlicht.

Zu den aktuellen Kennzahlen berichtet die Agentur für Arbeit, dass die Zahl der arbeitslosen Personen im Ortenaukreis zum Jahresende leicht gestiegen ist. Im Dezember 2024 waren 10.091 Personen arbeitslos, was einen Anstieg um 59 im Vergleich zum Vormonat darstellt. Im Gegensatz dazu sind 736 Personen weniger arbeitslos als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote bleibt mit 3,9 Prozent unverändert.

Details zur Arbeitsmarktentwicklung

Bei den 10.091 Arbeitslosen werden 4.938 von der Agentur für Arbeit betreut. Die Zahl der Arbeitsuchenden stieg im Vergleich zum Vormonat um 142 sowie im Vorjahresvergleich um 475, was einem Anstieg von 10 Prozent entspricht. Von den Arbeitslosen beziehen 5.153 Personen Leistungen nach dem SGB II, wobei dies 83 weniger als im Vormonat, aber 261 mehr als im Vorjahr (5,3 Prozent) ausmacht.

In den letzten vier Wochen meldeten sich 1.239 Personen neu oder erneut arbeitslos, während gleichzeitig 1.078 Personen ihre Arbeitslosigkeit beendeten. Im gesamten Jahr 2024 meldeten sich 16.522 Personen arbeitslos, von denen 15.870 ihre Arbeitslosigkeit beendeten. Aktuell sind 2.104 Frauen und 2.834 Männer arbeitslos, darunter 523 Jugendliche unter 25 Jahren, von denen 253 ohne Berufsabschluss sind.

Perspektiven und Herausforderungen

Die Zahl der langzeitarbeitslosen Menschen (12 Monate oder länger) reduzierte sich leicht um 9 zum Vormonat. In der Hauptagentur Offenburg sind 1.403 Arbeitslose gemeldet, in Hausach 497 und in Oberkirch 372, alle mit minimalen Anstiegen. Die Arbeitsagentur verweist darauf, dass es im Geschäftsstellenbezirk Hausach im Vorjahresvergleich zu einem Anstieg von 29,1 Prozent bei den Arbeitslosen gekommen ist.

Zum Jahresende 2024 blieben 3.586 freie Arbeitsstellen unbesetzt, wobei in den letzten vier Wochen 586 neue Stellenangebote gemeldet wurden. Fast ein Drittel der offenen Stellen entfallen auf die Bereiche Produktion und Fertigung. Die Nachfrage ist insbesondere hoch nach Hilfs- und Fachkräften im Bereich Verkehr, Logistik sowie Schutz und Sicherheit (523 Stellen). Weitere offene Stellen sind im Handel (402), in Gesundheitsberufen (366) und im Baugewerbe (318) zu finden.

Die Anstiege der Arbeitslosenzahlen im Dezember sind auf auslaufende Arbeitsverträge, Zurückhaltung bei Neueinstellungen und betriebsbedingte Entlassungen zurückzuführen. Für Januar 2025 wird ein saisonaler Anstieg der Arbeitslosigkeit prognostiziert, begleitet von einer Zunahme der Beratungsanfragen zur Kurzarbeit. Die Bundesregierung hat zudem die Bezugsdauer von Kurzarbeitergeld auf bis zu 24 Monate erhöht.