
Der Krieg in der Ukraine nimmt weiterhin dramatische Ausmaße an. In der Nacht auf Montag wurden abermals hunderte Drohnen und Raketen auf ukrainische Städte abgefeuert, wobei insbesondere die Hafenstadt Odessa im Fokus stand. Laut Berichten von Südkurier konnte die Luftverteidigung zwar einen Teil der Angriffe abwehren, dennoch hinterließ der bombardierte Raum verheerende Schäden. Bei den Angriffen starb eine Frau, und mindestens acht weitere Personen, darunter ein neunjähriger Junge, wurden verletzt. Wohnhäuser, eine Kirche und Fahrzeuge wurden beschädigt, was an mehreren Stellen zu Bränden führte. Auch eine Fernwärmeleitung wurde getroffen, infolgedessen fiel ein Heizkraftwerk aus und mehr als 40.000 Menschen in Odessa sind nun ohne Heizung.
Der Bundestagsabgeordnete Johannes Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen) befand sich während der Angriffe in Odessa. Er hatte sich zuvor umfassend über die Sicherheitslage informiert und reiste über Chisinau, Moldawien, an. Während seines 24-stündigen Aufenthalts führte er zahlreiche Gespräche, aus denen die düstere Lage und die Kritik an der langsamen Europäischen Hilfe deutlich wurde. Kretschmann äußerte sein Unverständnis über die zurückhaltende Unterstützung der Bundesregierung, die bewilligte Hilfe in Höhe von drei Milliarden Euro bislang aufgeschoben hat. NGO-Vertreter wiesen zudem auf die Notwendigkeit von Besuchen deutscher Entscheidungsträger vor Ort hin.
Erneute Angriffe auf zivile Ziele
Die ukrainische Regierung, unter Leitung von Präsident Wolodymyr Selenskyj, sieht sich zunehmend besorgt wegen des Anstiegs russischer Angriffe auf zivile Ziele, was in der aktuellen Situation zu einem massiven Druck auf die Energie- und Wärmeversorgung führt. Russisches Militär hat sichtlich die Taktik geändert und konzentriert sich nun verstärkt auf die Zerstörung kritischer Infrastruktur. Laut Tagesschau wurde etwa die Hälfte der ukrainischen Stromkapazitäten durch die Angriffe außer Betrieb gesetzt. Selenskyj kündigte zudem die Vorstellung eines Zehn-Punkte-Plans an, der die innere Sicherheit der Ukraine und Stabilität in der Energieversorgung gewährleisten soll.
Die Situation in Odessa bleibt angespannt, da die Bevölkerung mit anhaltenden Bedrohungen konfrontiert ist und sich trotzdem bemüht, den Alltag trotz der Angriffe fortzuführen. Kretschmann erkannte die Ernsthaftigkeit der Lage und forderte ein Umdenken in Deutschland und Europa, während gleichzeitig auch Korruptionsvorwürfe gegen die ukrainische Regierung die Gespräche in Odessa prägten.