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Wo bleibt der Gedenkstein? Stadt sucht Erinnerungsort für KZ-Opfer!

In Bad Saulgau rückt der Gedenkstein für die Opfer des Konzentrationslagers ein Stück weiter in den Fokus, während das Jahr 2025 das 80-jährige Ende des Zweiten Weltkriegs markiert. Von August 1943 bis April 1945 war in Bad Saulgau eines von 163 Außenlagern des Konzentrationslagers Dachau angesiedelt. In diesem Arbeitslager wurden rund 400 Häftlinge beschäftigt, die unter anderem an der Produktion der „Vergeltungswaffe V2“ auf dem Gelände der ehemaligen Firma Bautz, heute Claas, arbeiteten. Häftlinge wurden mit der Bahn aus Dachau oder Überlingen transportiert, was die grausame Geschichte dieses Ortes unterstreicht, wie die Schwäbische Zeitung berichtet.

Der Gedenkstein, der von Doris Gaißmaier und Andreas Ruess initiiert wurde, befand sich von 2005 bis 2019 am Parkplatz des ehemaligen Kaufland-Marktes und erinnerte an die Schrecken des Nazi-Regimes. Durch einen Flächentausch zwischen Claas und einem Handelsunternehmen verlor das Mahnmal seinen ursprünglichen Standort und wurde in den Bauhof verlegt. Bisher konnte noch kein neuer Standort für den Gedenkstein gefunden werden. Thomas Schäfers, Pressesprecher der Stadt, berichtet, dass mehrere Standorte geprüft werden. Gaißmaier hat vorgeschlagen, den Bahnhof als neuen Standort zu wählen, da er historisch mit dem Arbeitslager verbunden ist. Ein Bundesprogramm unterstützt die Sichtbarmachung von Bahnhöfen als Erinnerungsorte an die NS-Geschichte.

Historische Hintergründe des Außenlagers

Zusätzlich zu den aktuellen Entwicklungen ist die Geschichte des Außenlagers Saulgau von Bedeutung. Dieses wurde ab August 1943 eingerichtet, um kriegswichtige Betriebe aus Friedrichshafen zu verlagern, was durch einen britischen Luftangriff am 21. Juni 1943 beschleunigt wurde. Die Entscheidung, in Saulgau eine Produktionsstätte einzurichten, fiel im zweiten Quartal 1943. Die Erntemaschinenfabrik Bautz hatte bereits Bauwerke bereitgestellt, die für die Raketenteileproduktion geeignet waren.

In Saulgau wurde eine Kapazität für bis zu 600 Häftlinge geschaffen, die unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten. Trotz der schlechten Nahrung und der oft grausamen Behandlung durch die Wachen waren die Haftbedingungen im Vergleich zu anderen Lagern teilweise etwas günstiger. Ärzte, wie Dr. Ivan Matijašić, trugen dazu bei, dass vielen Häftlingen das Leben gerettet wurde. Die Produktion wurde am 30. März 1945 eingestellt, und am 22. April 1945 befreiten französische Truppen Saulgau ohne wesentlichen Widerstand. Die Nachwirkungen der Haft führten bis Ende August 1945 zu weiteren Todesfällen unter den ehemaligen Häftlingen, wie Informationen auf Wikipedia zeigen.