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Grüner Tunnel: Staufreie Zukunft für Stuttgart in greifbarer Nähe!

In der Region Stuttgart steht ein ambitioniertes Projekt zur Debatte, das die täglichen Stauprobleme erheblich lindern soll. Rund 50 Unternehmen, angeführt von Unternehmer Rüdiger Stihl, setzen sich für den Bau eines Tunnels ein, der von Kornwestheim über Waiblingen-Hegnach bis nach Fellbach reichen wird. Die geschätzten Kosten für das Vorhaben belaufen sich auf 1,6 Milliarden Euro, wie SWR berichtete.

Der „Grüne Tunnel“ soll nicht nur mehr als 10 Kilometer lang und vierspurig sein, sondern auch als Tangentialverbindung zwischen Fellbach und Kornwestheim dienen. Die Initiative verfolgt das Ziel, die Verkehrsbelastung in der Region zu reduzieren, die besonders in den Hauptverkehrszeiten zu langen Stauzeiten führt. Autofahrer benötigen oft viel Geduld, da im Jahr 2023 laut Daten eine durchschnittliche Stauzeit von 53 Stunden pro Person in der Region erlitten wurde. Die Verkehrsproblematik wird zusätzlich durch etwa 375.000 Berufspendlerinnen und -pendler verstärkt, die in der Region aktiv sind.

Details zum Tunnelprojekt

Um die Transparenz und Akzeptanz des Projekts zu erhöhen, wurde eine detaillierte Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Die Initiative führt zudem eine Werbekampagne mit Großplakaten und Zeitungsannoncen durch und wirbt aktiv in Gemeinderäten sowie beim Verband der Region Stuttgart. Laut den Befürwortern bringt das Projekt mehrere Vorteile mit sich: weniger Stau, weniger Durchgangsverkehr, effizientere Warentransporte und eine Entlastung von bis zu 16.000 Autos pro Tag in Remseck.

Der Tunnel soll sowohl in offener Bauweise als auch bergmännisch gegraben werden. Geplant sind fünf flächensparende Anschlüsse, um eine Anbindung der umliegenden Gemeinden zu schaffen, darunter Remseck, Aldingen, Waiblingen-Hegnach und die Waiblinger Kernstadt. Allerdings wird das Projekt auch von Gegnern, wie der Stadt Fellbach, kritisch betrachtet. Diese befürchten negative Auswirkungen auf fruchtbare Böden und zusätzliches Verkehrsaufkommen.

Die oberirdische Trassenführung ist im Bundesverkehrswegeplan als „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“ aufgeführt, doch wird diese von der Initiative abgelehnt. Derzeit nutzt das Land Baden-Württemberg sein Planungsrecht nicht, da der Nordost-Ring als nachrangig eingestuft ist. Trotz jahrelanger Diskussionen über die Verkehrssituation in Stuttgart gibt es bisher kaum Fortschritte. Die Befürworter setzen jedoch ihre Bemühungen fort, insbesondere durch die Aussicht auf neue finanzielle Möglichkeiten aus einem bundesweiten Infrastrukturpaket, wie Gruener-Tunnel.de berichtet.