
In Bad Säckingen hat das St. Fridolinsmünster mit seinen beeindruckenden Zwiebeltürmen, die eine Höhe von etwa 56 Metern erreichen, eine lange Geschichte. Ein schwerer Kirchenbrand im Jahr 1751 führte zum Verlust von fünf Glocken, die in den Kirchtürmen hingen. Heute sind im Münster insgesamt sieben Glocken installiert, darunter die Fridolinsglocke, die im Südturm zu finden ist und 1751 in Waldshut gegossen wurde.
Die Fridolinsglocke wiegt stolze 3500 Kilogramm, hat einen Durchmesser von 1,72 Metern und eine Höhe von 1,40 Metern. Sie ist die einzige erhaltene Glocke der fünf Originalglocken aus dem Jahr 1752, während die anderen vier Glocken im Nordturm 1913 aufgrund von Schäden ersetzt wurden. Seit 1889 ergänzt eine kleine Glocke, die aus einer abgerissenen Notkirche stammt, das Geläut. Im Jahr 1913 kamen vier neue Glocken im Nordturm hinzu: eine D-Glocke (1,40 m Durchmesser, 1700 kg), eine F-Glocke (1,13 m, 1000 kg), eine G-Glocke (1,03 m, 700 kg) und eine B-Glocke (0,87 m, 400 kg). Interessanterweise wurde die Fridolinsglocke von Orgelinspektoren als die einzige brauchbare Glocke im Münster angesehen.
Historie der Glocken im Münster
Im Jahr 1912 empfahlen Experten, alle Glocken im Nordturm, mit Ausnahme der Fridolinsglocke, umzuschmelzen. Ein misslungener Guss und eine Explosion führten zu Verzögerungen beim Guss der neuen Glocken. Im Kontext des Ersten Weltkriegs wurde 1917 angeordnet, dass nur eine Bronzeglocke pro Gemeinde erhalten bleiben sollte, jedoch blieb die Fridolinsglocke von dieser Regelung ausgenommen. Laut einer Mitteilung vom 5. Juli 1917 mussten die vier Bronzeglocken im Nordturm vorerst nicht abgeliefert werden. Der Zweite Weltkrieg führte schließlich dazu, dass die Glocken als Rohstoff für die Waffenproduktion abgegeben wurden; nur die Fridolinsglocke kehrte 1948 unbeschadet zurück.
Ein weiterführendes Interesse an Glocken zeigt sich in einer kürzlich organisierten Fahrt der Frauengemeinschaft St. Ludgerus Albachten zur Glockengießerei in Gescher. Dort nahmen 38 Frauen teil und wurden mit einem Glockenspiel begrüßt. Die Führung durch die Glocken- und Kunstguss-Manufaktur Petit & Gebr. Edelbrock umfasste Erläuterungen zur Geschichte der Manufaktur, die über 325 Jahre zurückreicht, sowie zu den traditionellen Produktionsmethoden, die heute noch angewendet werden. Der Tag klang in gemütlicher Runde bei Quiche im Hofcafé Schulze Scholle aus, wie kirche-mswest.de berichtete.
Die Fridolinsglocke und ihre Geschichte sind eng mit der kulturellen Identität von Bad Säckingen verknüpft, während die Besichtigung der Glockengießerei Einblicke in die Tradition der Glockenerzeugung gewährt.