Baden-WürttembergHeilbronnOffenburgReutlingenWaiblingen

Warnstreik bei der Deutschen Post: Reutlingen bleibt betroffen!

Die Gewerkschaft Verdi hat zu Warnstreiks bei der Deutschen Post aufgerufen, die Beschäftigte in Paketzentren und ausgewählten Briefzentren in Baden-Württemberg betreffen. Betroffen sind unter anderem die Paketzentren in Köngen, Bruchsal, Eutingen und Lahr sowie die Briefzentren in Reutlingen, Waiblingen, Heilbronn, Offenburg und Freiburg. Die Arbeitsniederlegungen, die die Spät- und Nachtschichten betreffen, sollen bis Mittwochmorgen andauern. Verdi will durch diese Maßnahmen Druck auf die Arbeitgeber ausüben, um höhere Bezahlungen durchzusetzen.

Verdi fordert eine Erhöhung der Entgelte um 7 Prozent in einem Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Rund 170.000 Briefträger, Paketboten und Logistik-Mitarbeiter sind von diesen Forderungen betroffen. Der Vorschlag der Post sieht hingegen einen 27 Monate laufenden Vertrag mit lediglich 1,8 Prozent und später 2,0 Prozent Anhebung vor. Zudem verlangt Verdi drei zusätzliche Urlaubstage für die Beschäftigten, während die Post lediglich einen Extra-Urlaubstag für Mitarbeiter mit weniger als 30 Urlaubstagen anbietet.

Hintergrund und weitere Entwicklungen

Andreas Henze, Landesfachbereichsleiter von Verdi, hebt die gestiegene Arbeitsbelastung der Mitarbeiter hervor. Die nächste Verhandlungsrunde zu den Tarifforderungen ist für Montag geplant, allerdings brachten die bisherigen drei Verhandlungsrunden kein Ergebnis. Ein Sprecher der Post äußerte Unverständnis über die Warnstreiks und deren mögliche Auswirkungen auf die Kunden. Verdi hingegen bezeichnet das Angebot der Post als unzureichend, insbesondere unter Berücksichtigung der steigenden Lebenshaltungskosten.

In einer umfassenden Informationsinitiative berichtete Verdi über die Warnstreikmaßnahmen. So fand am 28. Januar 2025 der erste bundesweite Warnstreik statt, gefolgt von vollschichtigen Warnstreiks in ländlichen Regionen aller Bundesländer (außer den Stadtstaaten) am 29. Januar. In den darauf folgenden Tagen wurde in mehreren Bundesländern ganztägig gestreikt. Trotz dieser Warnstreiks wurde die pünktliche Zustellung der Wahlunterlagen für die Bundestagswahl am 23. Februar 2025 gesichert.

Die Gewerkschaft hebt die Herausforderungen für Wahlämter und Beschäftigte bei der Zustellung der Wahlunterlagen hervor, da bei der letzten Wahl fast die Hälfte der Wähler*innen die Briefwahl in Anspruch nahm. Verdi hat weiterhin eine Erhöhung um sieben Prozent für Tarifbeschäftigte, Auszubildende und dual Studierende sowie die Forderung nach zusätzlichen Urlaubstagen aufgestellt, was die immer noch unsichere finanzielle Lage der Mitarbeiter bei der Deutschen Post widerspiegelt, wie [gea.de](https://www.gea.de/reutlingen_artikel,-verdi-bestreikt-briefzentrum-in-reutlingen-_arid,7004501.html) berichtet. Des Weiteren betont [ver.di](https://www.verdi.de/themen/geld-tarif/++co++126939e0-92d7-11ef-b8a9-abe46bff1c52) die Notwendigkeit dieser Maßnahmen angesichts der hohen Lebenshaltungskosten und der niedrigeren Löhne im Dienstleistungssektor.